Beate Zschäpe | Bildquelle: AP

Gutachten zu Zschäpe Egozentrisch, aber nicht krank

Stand: 17.01.2017 18:55 Uhr

Im NSU-Prozess hat erstmals der psychiatrische Gutachter das Wort erhalten. Zwar äußerte er sich noch nicht zur Schuldfähigkeit der Angeklagten Zschäpe, bescheinigte ihr jedoch im Prinzip geistige Gesundheit.

Nach wochenlangem juristischen Streit und mehreren Verschiebungen hat der psychiatrische Sachverständige im NSU-Prozess seine Beurteilung der Angeklagten Beate Zschäpe vorgetragen. Der Psychiater Henning Saß bescheinigte ihr zwar Hinweise auf "egozentrische" Verhaltensweisen, sagte aber auch, dass er keine wesentlichen Gesundheitsstörungen festgestellt habe. Hinsichtlich Zschäpes Gefährlichkeit und Schuldfähigkeit äußerte sich Saß noch nicht. 

Sie neige dazu, Verantwortung abzuschieben und eigenes Verhalten zu verharmlosen. Gleichzeitig verfüge sie über ein "gesundes Selbstbewusstsein", so der Psychiater. Daraus ersehe er etwa Zschäpes Fähigkeiten für das jahrelange konspirative Leben im Untergrund. 

Kein Hinweis auf Alkoholismus

Der von Zschäpe in einer Stellungnahme aus dem Dezember 2015 angegebene starke Alkoholkonsum lasse nicht auf eine Alkoholsucht schließen. So sei von Zeugen kein Hinweis auf ein mögliches Suchtverhalten gegeben worden. Und nach der Festnahme Zschäpes habe diese keine Entzugserscheinungen gezeigt, die hätten behandelt werden müssen.

Zschäpe ist im NSU-Prozess wegen Mittäterschaft an einer Serie von Morden und Sprengstoffanschlägen des "Nationalsozialistischen Untergrunds" angeklagt. Das Motiv für fast alle Verbrechen soll Rassenhass gewesen sein.

Gerichtspsychiater sieht keine krankhaften Störungen bei Zschäpe
nachtmagazin 00:30 Uhr, 18.01.2017

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Zschäpe sprach nicht mit Gutachter

Saß stützt sein Gutachten im Wesentlichen auf den Prozess, eine direkte Zusammenarbeit mit dem Gerichtspsychiater in Form von Gesprächen hatte Zschäpe abgelehnt. Der Psychiater räumte ein, dass direkte Gespräche für das Gutachten besser gewesen wären. Durch das lange Verfahren lägen aber dennoch sehr viele Informationen vor.

Vorwürfe von Zschäpes Verteidigung, es handle sich nur um eine Ferndiagnose, wies Saß als "tendenziös und irreführend" zurück. In den vergangenen Wochen hatten Zschäpes Verteidiger mehrere Anträge gestellt und darin Verstöße etwa gegen Grundrechte der Angeklagten geltend gemacht. Das Gericht lehnte alle Anträge ab.

Mit dem psychiatrischen Gutachten dürfte die Schlussphase des seit Mai 2013 laufenden Prozesses eingeleitet sein. Auf Grundlage der Expertise wird das Gericht in seinem Urteil entscheiden, ob bei der 42-Jährigen während der NSU-Mordserie mit zehn Toten eine volle Schuldfähigkeit vorlag und ob bei ihr eine Wiederholungsgefahr vorliegt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. Januar 2017 um 16:00 Uhr.

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