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Eigentlich sollte es reine Routine sein. Erzbischof Zollitsch wollte dem Papst in einer Audienz von der jüngsten Bischofskonferenz berichten. Doch der Missbrauchsskandal in katholischen Einrichtungen beherrschte das Gespräch. Benedikt XVI. stärkte den Bischöfen nachdrücklich den Rücken.
Von Stefan Troendle, ARD-Hörfunkstudio Rom
Erzbischof Robert Zollitsch lehnt weiterhin so genannte Round-Table-Gespräche mit Vertretern der Bundesregierung über den Missbrauchsskandal ab, wenn es dabei nur um die Vorfälle innerhalb der Kirche gehen solle. Das sagte der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz nach einem Treffen mit Papst Benedikt XVI. in Rom.
Auf die Missbrauchsfälle in anderen Ländern wie Irland sei man bei dem Gespräch nicht eingegangen, sagte Zollitsch. Aber aus diesen Beispielen habe man gelernt: Nur eine Gruppe anzusprechen, sei "kein Weg der Aufarbeitung". "Wir haben deswegen auch ganz klar gesagt, wenn es einen Runden Tisch gibt, dann keinen rein für die katholische Kirche, sondern für die gesamte Gesellschaft", bekräftigte er.
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Zollitsch lobte in diesem Zusammenhang die Haltung von Familienministerin Kristina Schröder, die gemeinsame Gespräche mit allen gesellschaftlich relevanten Gruppen angeregt hatte. Er kündigte an, dass die katholische Kirche in Deutschland daran teilnehmen werde. Auf die Position des Justizministeriums ging Zollitsch nicht ein, bestätigte aber nebenbei, dass man demnächst offenbar doch miteinander sprechen werde.
[Bildunterschrift: Pressekonferenz von Bischof Robert Zollitsch ]
Über die Möglichkeiten der finanziellen Entschädigung der Opfer habe man nicht gesprochen. Er verwies aber darauf, dass die Kirche jetzt schon Hilfen anbiete. Der Papst habe zutiefst bestürzt auf die Missbrauchsfälle in katholischen Einrichtungen reagiert, berichtete Zollitsch. "Ich habe einen großen Ernst bei ihm gespürt, eine große Betroffenheit."
Allerdings habe er den Papst nicht direkt auf die Vorfälle bei den Regensburger Domspatzen angesprochen. Diesen Knabenchor hatte der Bruder von Joseph Ratzinger jahrelang geleitet. Benedikt XVI. unterstütze voll und ganz die Maßnahmen, mit denen die Bischofskonferenz frühere Fälle aufklären und künftige Fälle vermeiden wolle, so Zollitsch. Der Papst habe die Leitlinien der katholischen Kirche in Deutschland ausdrücklich bestätigt.
In einem Artikel in der Vatikanzeitung "Osservatore Romano" war gestern die These aufgestellt worden, dass - sinngemäß - mit mehr Frauen in Führungspositionen der katholischen Kirche diese Vorfälle so nicht hätten passieren können. Direkt kommentieren wollte Zollitsch dies nicht, erklärte aber, dass in der deutschen Bischofskonferenz die Frage der Stärkung der Frauen kein Thema sei. Auch der Zölibat sei nicht Teil des Problems, sagte Zollitsch. "Nach Ausweis aller Fachleute haben pädagogische Übergriffe und sexueller Missbrauch mit dem Zölibat nichts zu tun." Er fügte hinzu: "Wir werden natürlich, wenn der Zölibat angegriffen wird, darüber nachdenken, wie wir das verständlich machen können."
In dieser Beziehung hat auch der Papst persönlich noch einmal die Haltung der Kirche klar gemacht. Benedikt XVI. sagte während einer Audienz für Mitglieder der Glaubenskongregation, das Zölibat sei heilig.
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