Schwangerer Bauch | Bildquelle: picture alliance / dpa

Zika-Virus in Lateinamerika WHO gibt Reisewarnung für Schwangere heraus

Stand: 09.03.2016 00:34 Uhr

Fünf Wochen nach Ausrufung eines globalen Gesundheitsnotstands wegen des Zika-Virus warnt die WHO Schwangere davor, in betroffene Gebiete zu reisen. Die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Zusammenhang zwischen dem Virus und Missbildungen bei Babys seien "alarmierend".

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt schwangere Frauen, in Zika-Gebiete zu reisen. Es sei ihnen geraten, sich "nicht in Regionen zu begeben, die von der Zika-Epidemie betroffen sind" erklärte die WHO-Direktorin Margaret Chan in Genf.

Die UN-Organisation begründete ihren Vorstoß mit den jüngsten "alarmierenden" wissenschaftlichen Erkenntnissen unter anderem zum Zusammenhang zwischen dem Zika-Virus und schweren Missbildungen bei Babys.

Neue Forschungen zeigten, dass der Erreger möglicherweise nicht nur als Ursache für Schädelfehlbildungen bei Neugeborenen - der Mikrozephalie - gelten müsse, sondern auch eine Rolle bei anderen neurologischen Störungen spiele. "Mikrozephalie ist nur eine von verschiedenen möglichen Anomalien", sagte Chan. Das Virus finde sich in Blut und Hirngewebe von lebend oder tot geborenen Föten. Grund zu großer Sorge sei außerdem, dass der Erreger häufiger als bisher angenommen durch Geschlechtsverkehr übertragen werden könne. "Das ist alarmierend", so die WHO-Direktorin.

Nicht abwarten bis zum "definitiven" Beweis

Zwar sei noch nicht abschließend sicher, ob das Virus tatsächlich Mikrozephalie auslösen könne. Die WHO wolle aber auch keinen "definitiven Beweis" abwarten, bevor sie Schwangere warne, sagte Chan. Sie verwies zudem auf weitere mögliche Risiken für Schwangere wie den "Tod des Fötus, Wachstumsverzögerungen und Verletzungen des zentralen Nervensystems".

WHO-Direktorin Margaret Chan, neben dem Vorsitzenden des Notfall-Komitees, Davon Heymann | Bildquelle: AFP
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WHO-Direktorin Margaret Chan, neben dem Vorsitzenden des Notfall-Komitees, Davon Heymann

Forscher hatten zuletzt nicht nur eine Verbindung zwischen Zika und Mikrozephalie aufgezeigt, sondern sie gehen auch davon aus, dass das Virus die schwere Nervenkrankheit mit dem Namen Guillain-Barré-Syndrom auslösen kann.

Das von der Aedes-Mücke übertragene Zika-Virus grassiert derzeit vor allem in Lateinamerika und der Karibik. Bis Mai regnet es dort noch häufig, so dass sich die Mücken rasant vermehren. "Wir rechnen mit mehr Zika-Fällen und einer weiteren geographischen Ausbreitung", warnte Margaret Chan. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass sich Zika ähnlich ausbreite wie das Dengue-Fieber. An den grippeähnlichen Symptomen von Dengue erkranken jährlich schätzungsweise 50 bis 100 Millionen Menschen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 09. März 2016 um 09:30 Uhr.

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