Möglicherweise neue Übertragungswege Forscher finden Zika-Virus in Urin und Speichel

Stand: 05.02.2016 17:54 Uhr

Ein brasilianisches Forschungsinstitut hat das Zika-Virus angeblich in Urin und Speichel nachgewiesen. Bisher gingen Experten davon aus, dass das Virus quasi nur durch Mückenstiche übertragen wird. In Deutschland gibt es inzwischen 15 Infizierte.

Das Zika-Virus kann möglicherweise auch durch Speichel und Urin übertragen werden. Wie das das Institut Fundacao Oswaldo Cruz in Rio de Janeiro mitteilte, haben Forscher den Erreger in Speichel und Urinproben nachgewiesen. Man wisse aber noch nicht, ob es wirklich möglich ist, dass Zika über Speichelflüssigkeiten verbreitet werden kann.

Bisher gelten vor allem Stiche durch die Gelbfiebermücke Aedes aegypti und in seltenen Fällen auch Sexualkontakte und infiziertes Blut als Zika-Übertragungswege. So geht der erste bekannte Fall einer Ansteckung mit dem Zika-Virus in den USA den Behörden zufolge wahrscheinlich auf eine Übertragung durch Geschlechtsverkehr zurück.

Aus Lateinamerika nach Deutschland eingeschleppt

In Deutschland haben unterdessen bereits 15 Menschen das Zika-Virus aus Lateinamerika eingeschleppt. Das sagte der Leiter der Virusdiagnostik am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, Jonas Schmidt-Chanasit, der dpa. Das Institut in Hamburg ist das Zika-Referenzlabor in Deutschland.

Möglicherweise zweite Folgekrankeit

Zika ist vor allem in Süd- und Mittelamerika auf dem Vormarsch. Forscher befürchten, dass sich eine zweite mögliche Folgekranheit in Rio de Janeiro ausbreitet. Mediziner haben in der Stadt einen starken Anstieg des seltenen Guillain-Barré-Syndroms verzeichnet. Alle Patienten seien zuvor mit dem Zika-Virus infiziert gewesen. Die Krankheit löst eine Veränderung des Immunsystems aus und führt zu Muskelschwäche im ganzen Körper. In den meisten Fällen erholen sich die Betroffenen nach einigen Monaten.

Woher kommt das Zika-Virus?
tagesschau 12:00 Uhr, 02.02.2016, Siv-Brit Kühl, ARD-aktuell

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Der Zika-Erreger wird auch für den rapiden Anstieg von Fehlbildungen des Kopfes bei Ungeborenen in Brasilien verantwortlich gemacht. Die Weltgesundheitsbehörde (WHO) hatte aufgrund der schnellen Verbreitung des Virus in Lateinamerika den globalen Gesundheitsnotstand ausgerufen.

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