Das Baby hat Mikrozephalie und wird von einem Physiotherapeuten behandelt. | Bildquelle: REUTERS

Bericht zur Situation in Brasilien Mehr Neugeborene mit Missbildungen

Stand: 03.02.2016 09:05 Uhr

Die Lage ist dramatisch, sagt Brasiliens Präsidentin Rousseff mit Blick auf das Zika-Virus. Immer mehr Fälle mit Missbildungenen bei Neugeborenen werden bestätigt, so ein Bericht des brasilianischen Gesundheitsministeriums.

Brasilien meldet im Zusammenhang mit dem Zika-Virus immer mehr Fälle von Neugeborenen mit Missbildungen. Das Gesundheitsministerium hat einen Bericht mit neuen Zahlen vorgelegt. Demnach stieg die Zahl der bestätigten Fälle von Schädelfehlbildungen, auch als Mikrozephalie bezeichnet, auf 404. Allerdings könne ein direkter Zusammenhang mit dem Zika-Virus nur in 17 Fällen nachgewiesen werden. Laut Gesundheitsministerium werden weitere 3670 Fälle noch untersucht.

Besonders betroffen ist weiterhin der Nordosten Brasiliens. Hier wurden mehr als 90 Prozent der bestätigten Mikrozephalie-Fälle festgestellt. Die Region gilt als Armenhaus des Landes. In Rio de Janeiro dagegen, wo im August die Olympischen Spiele stattfinden sollen, wurden nur zwei Infektionen bestätigt.

Brasiliens Präsidentin: Keine Gefahr für die Spiele

Brasiliens Präsidentin Dilma Roussef sieht trotz der Ausbreitung des Zika-Virus keine Gefahr für die Olympischen Spiele. Dennoch nannte sie die Lage in einer Rede im Kongress "dramatisch". Roussef versprach, im Kampf gegen das Zika-Virus alle notwendigen Mittel einzusetzen.

Das Zika-Virus wird durch Mückenstiche übertragen. Es besteht der Verdacht, dass bei einer Infizierung schwangerer Frauen Missbildungen bei Neugeborenen entstehen. Bislang hat sich das Virus in 25 Ländern ausgebreitet.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 03. Februar 2016 um 09:00 Uhr.

Darstellung: