Blutprobe Zika-Virus | Bildquelle: REUTERS

Ausbreitung des Erregers Erste Zika-Infektion durch Sex in Frankreich

Stand: 27.02.2016 17:28 Uhr

Nach Amerika meldet nun auch Frankreich eine Zika-Infektion durch Sex. Eine Frau aus dem Großraum Paris hat sich bei ihrem Partner angesteckt. Erst vor wenigen Tagen hatte Frankreichs Gesundheitsministerin Rückkehrern aus Risikogebieten die Benutzung von Kondomen empfohlen.

In Frankreich ist die landesweit erste Zika-Infektion durch ungeschützten Sex nachgewiesen worden. Eine Frau habe sich bei ihrem aus Brasilien zurückgekehrten Lebensgefährten angesteckt, bestätigte Frankreichs Gesundheitsministerin Marisol Touraine der Nachrichtenagentur AFP. Der Infizierten, die nicht schwanger sei, gehe es aber gut. Sie lebe im Ballungsraum Paris. 

Erst vor wenigen Tagen hatte die Politikerin Rückkehrern aus Zika-Regionen in Lateinamerika geraten, beim Geschlechtsverkehr vorsichtshalber Kondome zu benutzen. Eine erste Zika-Infektion durch Geschlechtsverkehr war bereits Anfang Februar aus Texas gemeldet worden. Das Virus ist binnen Monaten in etwa 40 Ländern aufgetaucht; besonders betroffen ist Brasilien.

Woher stammt das Zika-Virus?

Das Zika-Virus ist 1947 erstmals bei einem Affen aus dem Zikawald Ugandas in Afrika festgestellt worden. Es tauchte anschließend vereinzelt in Asien auf und wurde nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) wiederholt bei heimkehrenden Touristen nachgewiesen. Reisende, die binnen drei Wochen nach der Rückkehr aus einem von Zika betroffenen Land Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen oder Hautrötungen feststellen, sollten laut RKI einen Arzt aufsuchen. Ein Bluttest kann dann definitiven Aufschluss geben.

Viele Ansteckungen bleiben unerkannt

Der Erreger steht im Verdacht, Fehlbildungen bei Ungeborenen zu verursachen. Die Babys kommen mit einem viel zu kleinen Schädel auf die Welt, geistige Behinderungen sind meist die Folge. Eine Mikrozephalie kann aber auch andere Ursachen haben, etwa Röteln während der Schwangerschaft.

Unter normalen Umständen löst eine Zika-Infektion allenfalls grippeähnliche Symptome aus. Die meisten Ansteckungen bleiben unbemerkt. Einen Impfstoff gibt es bislang nicht. Der tropische Erreger wird vor allem durch die Moskitoart Aedes aegypti übertragen. In Frankreich sind von dem Virus bislang vor allem die Überseegebiete Martinique, Guadeloupe und Französisch-Guayana betroffen.

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