Untersuchungen von Blutproben auf das Zika-Virus in einem Labor in Guatemala | Bildquelle: AP

Ausbreitung des Zika-Virus Weiterer Fall in Deutschland bestätigt

Stand: 03.02.2016 11:35 Uhr

In Deutschland gibt es einen weiteren Patienten mit einer Zika-Infektion. Das bestätigte die Uniklinik Düsseldorf. Zuletzt waren fünf Fälle von zurückkehrenden Reisenden gemeldet worden. In den USA wurde in einem Fall Zika wohl durch Sex übertragen.

Im Zusammenhang mit der jüngsten Ausbreitung der Zika-Infektion gibt es einen weiteren Fall in Deutschland. Ein Patient der Düsseldorfer Uniklinik hat sich bei einem Venezuela-Aufenthalt mit dem von Stechmücken übertragenen Virus angesteckt. Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg bestätigte den Verdacht der Düsseldorfer Mediziner, dass es sich um einen Zika-Fall handelt.

Seit Ausbruch der jüngsten Reihe von Infektionen wurden in Deutschland die Fälle von fünf zurückgekehrte Reisenden, die an dem Virus erkrankt waren, bekannt. Fünf weitere Reisende hatten das Virus bei anderen Ausbrüchen nach Deutschland eingeschleppt.

Übertragung wohl durch Sex

In den USA hat ein ebenfalls aus Venezuela zurückgekehrter Zika-Patient offenbar seinen Partner angesteckt. Das melden die Behörden in Texas. Die infizierte Person habe Sex mit jemandem gehabt, der nach Venezuela gereist sei, sich aber selbst nicht in dem südamerikanischen Land aufgehalten. Dabei sei die Übertragung erfolgt. Die Erkrankung sei nicht durch einen Mückenstich ausgelöst worden, erklärte das Gesundheitsamt für die Region rund um die texanische Großstadt Dallas. Das Gesundheitsamt des Bundesstaates Texas zeigte sich zunächst etwas zurückhaltender. Eine sexuelle Übertragung sei in diesem Fall wahrscheinlich, hieß es in einer Erklärung.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO zeigte sich über die sexuelle Übertragung besorgt. Sie rief zu weiteren Untersuchungen auf. Im Moment müsse die Ausbreitung der Infektion an ihrer Quelle gestoppt werden.

Zika-Virus auch in Europa angekommen
tagesschau 14:00 Uhr, 03.02.2016, Matthias Ebert, SWR

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Bislang nur ein Fall von Mensch-zu-Mensch-Übertragung

In der medizinischen Forschung ist bisher weltweit nur ein Fall bekannt, bei dem das Virus von Mensch zu Mensch übertragen worden sein könnte. In Texas waren zuvor mehrere Zika-Fälle festgestellt worden, bei denen sich die Erkrankten auf Auslandsreisen infiziert hatten. Eine Übertragung über Mücken ist den Behörden zufolge in der Region um Dallas nicht bekannt.

Eine Infektion durch Insektenstiche gilt als der übliche Weg der Verbreitung des Virus, der vor allem in Südamerika auf dem Vormarsch ist. Nach bisherigen Informationen des Robert-Koch-Instituts in Berlin spielt eine Übertragung von Mensch zu Mensch keine Rolle bei der Verbreitung der Krankheit. Nur in wenigen Einzelfällen scheine eine sexuelle Übertragung möglich zu sein.

Gefahr einer Ausbreitung in Deutschland und Europa gering

Experten halten zudem die Gefahr einer Ausbreitung in Deutschland und Europa für gering, auch wenn die WHO wegen Zika am Montag den weltweiten Gesundheitsnotstand ausrief. Auch der Würzburger Tropenmediziner August Stich warnt vor einer Zika-Hysterie in Deutschland. Die Gefahr, sich hierzulande mit diesem Erreger anzustecken, sei verschwindend gering, sagte der Chefarzt der Tropenmedizin der Missionsärztlichen Klinik in Würzburg in der "Mainpost".

Das Virus könne sich zwar aufgrund der Klimaerwärmung ausbreiten. Um das Zika-Virus zu übertragen, müsste die Mücke aber "erst einen Infizierten in der kurzen Krankheitsphase stechen und dann weitere Menschen anstecken", so der Tropenmediziner.

Vor allem für Schwangere gilt das Virus als gefährlich. Tausende Missbildungen bei Neugeborenen werden in Brasilien mit Zika in Verbindung gebracht. Die WHO fürchtet, dass sich weltweit bis zu vier Millionen Menschen infizieren könnten. Ein Impfstoff ist auf absehbare Zeit nicht in Sicht.

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