Behörden bemühen sich, mit Gift gegen die Stechmücke Aedes aegypti vorzugehen | Bildquelle: AFP

Verbreitung des Zika-Virus Honduras ruft nationalen Notstand aus

Stand: 02.02.2016 17:26 Uhr

Das Zika-Virus breitet sich rasant aus. Als weiteres lateinamerikanisches Land hat Honduras den nationalen Notstand ausgerufen. Brasilien riet schwangeren Frauen, die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro zu meiden.

Wegen der Zika-Epidemie hat nun auch Honduras den nationalen Notstand ausgerufen. Binnen drei Monaten wurden in dem lateinamerikanischen Land fast 4000 Infektionen registriert. Inzwischen ist der Erreger in 25 Staaten und Territorien aufgetaucht.

Die brasilianische Regierung riet Schwangeren von einer Reise zu den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro ab. Zwar sei das Risiko für Besucher und Athleten in Brasilien "gleich Null", sagte der Stabschef von Präsidentin Dilma Rousseff, Jaques Wagner. Das Risiko für schwangere Frauen sei jedoch sehr ernst zu nehmen. "Es ist für sie eindeutig nicht ratsam, dieses Risiko einzugehen." Die Spiele abzusagen, schloss Wagner aus. Das sportliche Großereignis soll am 5. August beginnen.

Zika und die Folgen: Reise für Schwangere ein Risiko?
A. Herrberg, ARD Buenos Aires
02.02.2016 15:23 Uhr

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Brasilien reagiert auf globalen Gesundheitsnotstand

Mit der offiziellen Reisewarnung reagierte die Regierung auf den globalen Gesundheitsnotstand, den die Weltgesundheitsorganisation WHO wegen der rasanten Ausbreitung des Zika-Virus ausgerufen hatte.

Im größten Land Südamerikas werden inzwischen 220.000 Soldaten für den Kampf gegen das Zika-Virus aufgeboten. Sie sollen von Haus zu Haus gehen und die Bewohner darüber aufklären, wie sie sich gegen die Stechmücken schützen und deren Brutstätten wie stehendes Wasser und offene Wasserbehälter trockenlegen können.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO forderte die Mitgliedsländer auf, den Kampf gegen das Virus zu unterstützen. So soll die Entwicklung und Produktion eines Impfstoffes vorangetrieben werden. Der französische Pharmakonzern Sanofi kündigte an, ein Projekt zur Entwicklung eines Impfstoffs zu starten. Der Konzern baue dabei auf seine Erfahrungen bei der Entwicklung von Impfstoffen gegen ähnliche Virus-Arten wie etwa Gelb- und Denguefieber. Bis es eine Impfung gibt, dürften aber Jahre vergehen.

Was ist das Zika-Virus?
01.02.2016, Siv-Brit Kühl, ARD-aktuell

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Gröhe: Gefahr in Deutschland nach wie vor gering

Laut WHO-Chefin Margaret Chan erhärtet sich der Verdacht, dass ein kausaler Zusammenhang zwischen dem Erreger und Schädel-Fehlbildungen sowie bedrohlichen Hirnschäden bei Neugeborenen besteht.

Besonders stark breitet sich das Zika-Virus in Nord-, Mittel- und Südamerika aus. Betroffen sind aber auch Länder in Afrika, Asien und im westpazifischen Raum. Die WHO befürchtet, dass sich aufgrund des Wetterphänomens El Niño die Überträgermücken stark vermehren.

In Deutschland ist die Gefahr von Zika-Übertragungen laut Gesundheitsminister Hermann Gröhe nach wie vor gering. Gröhe sagte der "Rheinischen Post", Experten hielten eine Übertragung für unwahrscheinlich, man bleibe jedoch "wachsam". Die nötigen Verwaltungsschritte, um mögliche einzelne Infektionen von zurückkehrenden Urlaubern zu überwachen, seien bereits eingeleitet worden.

Das Zika-Virus wird von der Ägyptischen und der Asiatischen Tigermücke übertragen, die Fehlbildungen treten derzeit vor allem in Süd- und Mittelamerika auf. Für Infizierte ist es in der Regel nicht gefährlich, wohl aber für ungeborene Kinder.

Woher stammt das Zika-Virus?

Das Zika-Virus ist 1947 erstmals bei einem Affen aus dem Zikawald Ugandas in Afrika festgestellt worden. Es tauchte anschließend vereinzelt in Asien auf und wurde nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) wiederholt bei heimkehrenden Touristen nachgewiesen. Reisende, die binnen drei Wochen nach der Rückkehr aus einem von Zika betroffenen Land Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen oder Hautrötungen feststellen, sollten laut RKI einen Arzt aufsuchen. Ein Bluttest kann dann definitiven Aufschluss geben.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 02. Februar 2016 um 12:30 Uhr.

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