Ein Kleinkind wird untersucht | Bildquelle: REUTERS

Verbreitung des Zika-Virus Brasilien rät Schwangeren von Olympia-Besuch ab

Stand: 02.02.2016 12:47 Uhr

Wegen des sich massiv ausbreitenden Zika-Virus hat Brasilien schwangeren Frauen vom Besuch der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro abgeraten. Pharmakonzerne beginnen nun mit der Entwicklung eines Impfstoffs.

Die brasilianische Regierung hat Schwangeren von einer Reise zu den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro abgeraten. Zwar sei das Risiko für Besucher und Athleten in Brasilien "gleich Null", sagte der Stabschef von Präsidentin Dilma Rousseff, Jaques Wagner. Das Risiko für schwangere Frauen sei jedoch sehr ernst zu nehmen. "Es ist für sie eindeutig nicht ratsam, dieses Risiko einzugehen." Die Spiele abzusagen, schloss Wagner aus. Das sportliche Großereignis soll am 5. August beginnen.

Mit der offiziellen Reisewarnung reagierte die Regierung auf den globalen Gesundheitsnotstand, den die Weltgesundheitsorganisation WHO wegen der rasanten Ausbreitung des Zika-Virus ausgerufen hatte.

Laut WHO gibt es eine räumliche und zeitliche Verbindung zwischen dem Virus und dem Auftreten von Schädelfehlbildungen bei Neugeborenen. Der wissenschaftliche Beweis für den Zusammenhang steht allerdings noch aus.

Zika und die Folgen: Reise für Schwangere ein Risiko?
A. Herrberg, ARD Buenos Aires
02.02.2016 15:23 Uhr

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Bereits Impfstoffe gegen ähnliche Virus-Arten entwickelt

Bislang gibt es keinen Impfstoff gegen den von Stechmücken übertragenen Virus. Pharmakonzerne beginnen nun, diesen zu entwickeln. So kündigte das französische Unternehmen Sanofi an, ein Projekt zu starten. Der Konzern baue dabei auf seine Erfahrungen bei der Entwicklung von Impfstoffen gegen ähnliche Virus-Arten wie etwa Gelb- und Denguefieber,

Das Zika-Virus wird von der Ägyptischen und der Asiatischen Tigermücke übertragen, die Fehlbildungen treten derzeit vor allem in Süd- und Mittelamerika auf. Für Infizierte ist es in der Regel nicht gefährlich, wohl aber für ungeborene Kinder. Betroffen sind aber auch Nordamerika sowie Länder in Afrika, Asien und im westpazifischen Raum. Die WHO befürchtet, dass sich aufgrund des Wetterphänomens El Nino die übertragenden Stechmücken stark vermehren könnten.

Woher stammt das Zika-Virus?

Das Zika-Virus ist 1947 erstmals bei einem Affen aus dem Zikawald Ugandas in Afrika festgestellt worden. Es tauchte anschließend vereinzelt in Asien auf und wurde nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) wiederholt bei heimkehrenden Touristen nachgewiesen. Reisende, die binnen drei Wochen nach der Rückkehr aus einem von Zika betroffenen Land Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen oder Hautrötungen feststellen, sollten laut RKI einen Arzt aufsuchen. Ein Bluttest kann dann definitiven Aufschluss geben.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 02. Februar 2016 um 12:30 Uhr.

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