Das Kohlekraftwerk Mehrum und Windräder produzieren am 10.09.2015 Strom in Hohenhameln im Landkreis Peine (Niedersachsen) | Bildquelle: dpa

Handel mit Zertifikaten Mutmaßlicher CO2-Betrüger festgenommen

Stand: 13.01.2017 13:14 Uhr

Steuerbetrug beim Handel mit CO2-Zertifikaten - das war einmal eine lukrative Masche. Den deutschen Staat kostete sie Hunderte Millionen Euro. Nun nahm die britische Polizei einen der mutmaßlichen Drahtzieher des Betrugs fest.

Die britische Polizei hat auf dem Londoner Flughafen Heathrow einen mutmaßlichen Drahtzieher des Betrugs mit CO2-Zertifikaten festgenommen. Das bestätigte die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main, zuvor hatten der "Spiegel" und das ZDF über den Vorgang berichtet. Die Betrugsmasche hatte die deutschen Steuerbehörden Hunderte Millionen Euro gekostet.

Der Mann, dessen Name mit Peter V. angegeben wird, sei aus Abu Dhabi kommend verhaftet worden und dann gegen eine Kaution von 150.000 Pfund wieder auf freien Fuß gesetzt worden, hieß es in dem Bericht. Der Brite weise aber alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück.

Satte Profite

Der Betrug mit CO2-Zertifikaten kostete die Steuerbehörden 850 Millionen Euro. Ein internationales Kartell hatte Emissionsrechte aus dem Ausland gekauft und im Inland über Zwischenfirmen weiterverkauft, ohne Umsatzsteuer zu bezahlen. Die jeweils letzte Gesellschaft in der Kette veräußerte die Papiere wieder ins Ausland. Dafür ließen sich die Betrüger vom Finanzamt 19 Prozent Umsatzsteuer zurückerstatten, die nie gezahlt worden waren.

V. soll einer der zentralen Organisatoren des Kartells gewesen sein und vor allem aus dem Hintergrund agiert haben. Die Generalstaatsanwaltschaft sagte, der Mann habe seine Identität durch verschiedene Aliaspersonalien verschleiert. Innerhalb der Gruppe sei er als "Batman" bekannt gewesen.

Allein V. soll dem Bericht nach den Fiskus zwischen 2009 und 2010 um 125 Millionen Euro betrogen haben. Eine Razzia der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt habe die Betrugskette beendet. Im vergangenen Oktober sei dann Haftbefehl gegen V. erlassen worden. Die deutschen Behörden bemühen sich nun um seine Auslieferung.

Beteiligt an einem Betrugskartell waren auch Manager der Deutschen Bank, die dafür im vergangenen Juni vom Landgericht zu Haft- und Geldstrafen verurteilt worden waren.

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