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Der UN-Sicherheitsrat hat die Belagerung der brasilianischen Botschaft in Honduras verurteilt, in der der gestürzte Präsident Manuel Zelaya Zuflucht gesucht hat. Die "Akte der Einschüchterung" müssten enden. Zelaya warf der Putsch-Regierung vor, die Botschaft mit Giftgas angegriffen zu haben.
Von Michael Castritius, ARD-Hörfunkstudio Mexiko
[Bildunterschrift: Mit einer Maske vor dem Gesicht beschuldigte Honduras gestürzter Präsident Zelaya das Militär, die Botschaft mit Giftgas angegriffen zu haben. ]
Die Botschaft wird nach wie vor von mehreren Hundert Soldaten und Polizisten abgeriegelt. Sie kontrollieren die ganze Umgebung, schafften Anwohner fort. Brasiliens Außenminister Nunes Amorin klagte, das Gebäude sei von der Strom- und Wasserversorgung abgeschnitten. Seine Mitarbeiter könnten nicht einmal mehr telefonieren. In der Botschaft halten sich brasilianische Diplomaten, der gestürzte Präsident Zelaya und etwa 70 seiner Mitarbeiter und Anhänger auf. Sie werden von der UN-Vertretung mit Nahrungsmitteln versorgt, ein Feuerwehrwagen brachte Wasser.
Zelaya verschärfte die Anschuldigungen gegen das honduranische Militär. Eine Pressekonferenz bestritt er mit medizinischem Mundschutz: "Heute wurden wir mit Giftgas angegriffen. Offenbar setzten sie ein Nerven-Gas ein, das schon in Kriegen benutzt wurde, um Gegner zu vertreiben. Etwa 60 Leute hier haben Atembeschwerden oder spucken Blut. Gleichzeitig terrorisieren sie uns permanent, indem mehr als 200 Soldaten vor der Botschaft marschieren."
[Bildunterschrift: Nach dem angeblichen Gasangriff untersuchte ein Arzt in der Botschaft Menschen, die über Atembeschwerden klagten. ]
Ein Fotograf der französischen Nachrichtenagentur AFP bestätigte, mehrere Menschen in der Botschaft hätten Blut gespuckt. Die honduranische Polizei bestritt jedoch den Einsatz von Gas. Auch von Seiten der Hausherren, der brasilianischen Diplomaten, ging offenbar kein entsprechender Protest ein.
Laut Zelaya werden so die ersten, vorsichtigen Gespräche torpediert, die er in den letzten Stunden mit Vertretern der Putsch-Regierung, der katholischen Kirche und mit vier Präsidentschaftskandidaten geführt hatte. "Das ist auch ein politischer Angriff auf die Dialog-Bemühungen der internationalen Gemeinschaft. Sie wollen keine Gespräche, sie setzen auf militärische Macht. Sie wollen uns einschüchtern, Angst machen und terrorisieren mit dem Ziel, ihr Verbrechen gegen das honduranische Volk zu vollenden."
Der Welt-Sicherheitsrat verlangte in seiner Erklärung von den Machthabern in Honduras, die Wiener Konvention und ihre Vorschriften für internationale Beziehungen zu respektieren.
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