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Nach der überraschenden Rückkehr des gestürzten Präsidenten Manuel Zelaya nach Honduras hat die Übergangsregierung eine Ausgangssperre verhängt. Die zunächst nur für die Nacht geltende Maßnahme wurde nach wenigen Stunden verlängert.
[Bildunterschrift: Zelaya spricht zu seinen Anhängern vor der brasilianischen Botschaft ]
Zuvor hatten zwei Fernsehsender erste Bilder von Zelaya gezeigt. Zu sehen war, wie er vom Balkon der brasilianischen Botschaft in der Hauptstadt Tegucigalpa seine Anhänger grüßte. Tausende Anhänger Zelayas versammelten sich vor der Botschaft. Die Lehrergewerkschaften riefen zu einem landesweiten Streik auf.
Zelaya kündigte eine diplomatische Offensive an: "Der Dialog muss endlich beginnen, denn trotz der internationalen Verhandlungen nehmen Unterdrückung, Verbrechen und Morde in Honduras weiter zu. Wir müssen dieses Blutvergießen beenden, indem wir einen Kompromiss zwischen den verschiedenen Positionen finden durch offenen Dialog."
Zelaya war das erste Mal seit seinem Sturz vor zweieinhalb Monaten in die Hauptstadt Tegucigalpa zurückgekehrt. Ende Juli war es ihm allerdings gelungen, die Grenze kurzfristig zu überqueren und mit Anhängern und Reportern zu sprechen.
[Bildunterschrift: Interims-Präsident Micheletti will Zelaya vor Gericht stellen. ]
Die Übergangsregierung forderte Brasilien auf, Zelaya an sie auszuliefern. Interimspräsident Roberto Micheletti versicherte, dem gestürzten Präsidenten werde ein fairer Prozess mit allen Rechten gemacht. Die Anwesenheit Zelayas werde nichts daran ändern, dass die nächsten Präsidentenwahlen wie geplant am 29. November abgehalten würden. Es gebe nur zwei Möglichkeiten, weshalb Zelaya zurückgekehrt sei: Entweder wolle er sich freiwillig der Staatsanwaltschaft stellen oder er habe vor, den Wahlprozess zu stören. "Die Lage in Honduras ist ruhig, es herrscht das Gesetz", sagte Micheletti.
Bei den ersten Meldungen von Zelayas Rückkehr hatte die Übergangsregierung noch behauptet, die Meldungen seien nicht wahr, es handele sich nur um "Medienterrorismus". Micheletti und seine Regierung hatten in den vergangenen Wochen eine dauerhafte Rückkehr Zelayas verhindert. Die Regierung hatte damit gedroht, Zelaya vor Gericht zu stellen. Noch am Sonntag hatte Micheletti bekräftigt, auf den abgesetzten Präsidenten warte das Gefängnis.
Zelaya wird vorgeworfen, die Verfassung des mittelamerikanischen Landes verletzt zu haben, unter anderem, um an der Macht bleiben zu können. Am 28. Juni hatte die Armee Zelaya in einer Nacht- und Nebel-Aktion aus dem Land geschafft und in Costa Rica abgesetzt.
Nach Ansicht von US-Außenministerin Hillary Clinton eine Chance für das mittelamerikanische Land. Zelaya solle sein Amt wieder übernehmen und die für November geplante Wahl abgehalten werden, sagte Clinton in New York. Die verfassungsmäßige und demokratische Ordnung in Honduras müsse wieder hergestellt werden. Zelayas Rückkehr dürfe auf keinen Fall zu Gewalt führen, warnte die US-Außenministerin.
Clinton äußerte sich am Rande eines Gesprächs mit dem Präsidenten Costa Ricas, Oscar Arias. Er vermittelt in Honduras zwischen der Übergangsregierung und dem Lager Zelayas. Mit Blick auf Zelayas Rückkehr sprach auch Arias von einer "guten Gelegenheit" für Honduras. Die USA hatten in den vergangenen Tagen bereits den Druck auf die Übergangsregierung erhöht: Sie froren wirtschaftliche Hilfe ein und sperrten die Visa einiger Regierungsmitglieder.
Die Europäische Union rief die Konfliktparteien zu einer friedlichen Lösung auf. Alle Seiten müssten Ruhe bewahren und von Gewalt Abstand nehmen, erklärte der schwedische EU-Ratsvorsitz in einer in Brüssel veröffentlichten Erklärung. Die EU Sie unterstütze die Bemühungen der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) und der UNO "um Dialog und die Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung".
Laut honduranischen Medienberichten war Zelaya heimlich in einer zweitägigen Reise von Nicaragua aus über El Salvador nach Honduras gelangt. Zelaya habe darüber auch den venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez informiert.
[Bildunterschrift: Vor dem Gebäude der UN in Tegucigalpa feiern Anhänger Zelayas dessen Rückkehr ins Land. ]
Chávez, engster Verbündeter Zelayas, hatte unmittelbar nach dessen Sturz am 28. Juni bekräftigt, alles zu tun, um die "Putschisten" zu stürzen, damit Zelaya an die Macht zurückkehren könne. Der linksgerichtete Staatschef Venezuelas bestätigte später Zelayas Rückkehr. Dieser sei auf dem Landweg gereist und habe Flüsse überquert, sagte Chávez. Er habe mit nur vier Begleitern sein Leben riskiert und es in die honduranische Hauptstadt geschafft. "Wir verlangen, das Leben Zelayas und das seiner Familie zu respektieren."
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