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Ausland
New York Times Schriftzug mit Ente
Gefälschte "New York Times": Ende des Irak-Kriegs
Gefälschte "New York Times"

Eine Zeitung voller Enten

Eine gefälschte Ausgabe der "New York Times" hat in den USA für Gesprächsstoff gesorgt. Pendler in mehreren Großstädten wurde eine fingierte Zeitung mit dem Titel der seriösen Zeitung in die Hand gedrückt, die unter anderem das Ende der Kriege im Irak und Afghanistan verkündete. Die täuschend echt wirkende auf den 4. Juli 2009 datierte "Sonderausgabe" berichtete auch über die Schließung des US-Gefangenenlagers Guantánamo Bay in Kuba und dass der frühere US-Präsident George W. Bush wegen Hochverrats angeklagt wurde.

Obama an Wahlversprechen erinnern

Zeitungsfälschung der New York Times (Foto: REUTERS) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Die gefälschte Ausgabe der New York Times verkündet das Ende des Irak-Krieges. ]
Die Aktivisten- und Aktionskünstlergruppe "The Yes Men" outete sich als Herausgeber der 14-seitigen Zeitung. Sechs Monate lang hätten sie an dem Blatt gearbeitet und über eine Million Exemplare mit Hilfe von Tausenden Freiwilligen kostenlos verteilt. Die Initiatoren erklärten, sie wollten die neue Regierung des künftigen US-Präsidenten Barack Obama ermuntern, ihre Wahlversprechen zu halten. Das mit Spenden finanzierte Projekt solle "Druck auf die Leute ausüben, die wir gewählt haben, das zu tun, wofür wir sie gewählt haben", sagte ein Journalist, der seinen echten Namen nicht nennen wollte. Er habe das Blatt gemeinsam mit 30 anderen Leuten gemacht, von denen viele bei Zeitungen in New York arbeiteten.

Der New Yorker Kunsthochschullehrer Steven Lambert sagte, die Parodie sei ein Erfolg gewesen. "Die Zeitung zeigt eine Vision dessen, was möglich ist, wenn wir alle zusammenarbeiten." Lambert sagte, auch drei Journalisten der "New York Times" hätten mitgemacht. Eine Sprecherin der renommierten Zeitung erklärte, man bemühe sich, mehr über die gefälschte Ausgabe herauszufinden.

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Auch WTO schon auf den Arm genommen

Die "Yes Men"-Aktivisten schlossen sich Ende der 90er Jahre zusammen. Die Globalisierungskritiker gerieten vor allem durch eine gefälschte Internet-Seite der Welthandelsorganisation WTO in die Schlagzeilen. Als vermeintlich legitime WTO-Mitarbeiter wurden sie zu Konferenzen und Vorträgen eingeladen, bei denen sie satirisch Kritik übten. Ihre Aktionen wurden 2003 in dem Pseudo-Dokumentarfilm "The Yes Men" beleuchtet.

Stand: 13.11.2008 12:03 Uhr

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