Deniz Yücel | Bildquelle: dpa

Deniz Yücel Anwälte ziehen vor Verfassungsgericht

Stand: 29.03.2017 20:38 Uhr

Der "Welt"-Korrespondent Yücel sitzt seit rund einem Monat in der Türkei in Untersuchungshaft. Seine Anwälte scheiterten bereits auf unteren Instanzen mit ihrem Widerspruch - und ziehen deshalb nun vor das türkische Verfassungsgericht.

Einen Monat nach der Verhaftung des "Welt"- Korrespondenten Deniz Yücel in der Türkei ziehen seine Anwälte vor das Verfassungsgericht in Ankara. Sie hätten dort Widerspruch gegen den Haftbefehl eingelegt, teilte die Zeitung "Die Welt" mit.

Die Anwälte Yücels, Veysel Ok und Ferat Cagil, hatten bereits Anfang März bei einem Gericht in Istanbul Widerspruch gegen die Untersuchungshaft eingelegt. Der Antrag war jedoch vor zwei Wochen abgelehnt worden. Das Verfassungsgericht ist nun die letzte nationale Instanz.

Anwälte sehen körperliche Unversehrtheit verletzt

In dem bereits am Montag eingereichten Antrag heißt es nach Angaben der "Welt" unter anderem, die Inhaftierung Yücels verletze sein Recht auf körperliche Unversehrtheit und seine persönliche Freiheit, das Recht auf ein faires Verfahren, sein Recht auf die Unschuldsvermutung, sein Recht auf Schutz vor Verleumdung, das Recht auf Privatsphäre und freie Kommunikation sowie seine Meinungsfreiheit.

Gegen Yücel war am 27. Februar Haftbefehl erlassen worden. Ihm werden Terrorpropaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK und die Gülen-Bewegung sowie Volksverhetzung vorgeworfen. Die türkische Führung macht die Bewegung um den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich.

Die Anwälte Yücels argumentierten weiterhin, zur Begründung der Untersuchungshaft dienten ausschließlich Artikel Yücels, die durch die Meinungs- und Pressefreiheit gedeckt seien. Zudem seien die meisten der angeführten Artikel nach türkischem Recht bereits verjährt.

Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 29. März 2017 um 00:00 Uhr.

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