Deniz Yücel | Bildquelle: dpa

Deutsch-türkischer Journalist Kommt Yücel heute frei?

Stand: 27.02.2017 12:45 Uhr

Der in der Türkei festgenommene "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel wird derzeit vom Staatsanwalt in Istanbul vernommen. Nach knapp zwei Wochen in Polizeigewahrsam könnte der Journalist damit heute freikommen - oder aber U-Haft beantragt werden.

Nach fast zwei Wochen in Polizeigewahrsam ist der "Welt"-Korrespondent Deniz Yücel am Vormittag in Istanbul zur Staatsanwaltschaft gebracht worden. Dort soll der 43-Jährige nun vernommen werden, wie "Die Welt" berichtet. Im Laufe des Tages könnte Yücel entweder auf freien Fuß gesetzt werden, oder die Staatsanwaltschaft stellt einen Antrag auf Untersuchungshaft. Ein Haftrichter würde dann nach einer Anhörung über den Antrag entscheiden.

Yücel ist sowohl türkischer als auch deutscher Staatsbürger. Dem Journalisten werden Datenmissbrauch, Terrorpropaganda und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Der Reporter hatte über E-Mails des türkischen Energieministers Berat Albayrak, einem Schwiegersohn von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan, berichtet. Die Mails, in denen es unter anderem um manipulierte Twitter-Accounts und die staatliche Kontrolle über die Medien ging, waren von dem linksgerichteten türkischen Hackerkollektiv "Redhack" veröffentlicht worden.

Deniz Yücel @Besser_Deniz
Seit 12 Tagen ist Deniz in Polizeigewahrsam. Er hat seinen Anwalten einen Bericht über die Haftumstande diktiert: https://t.co/HBWCe9BtgL

Während des geltenden Ausnahmezustands können Verdächtige in der Türkei auf Beschluss des Staatsanwaltes bis zu 14 Tage in Polizeigewahrsam gehalten werden. Demnach muss Yücel spätestens morgen einem Haftrichter vorgeführt oder freigelassen werden.

Dündar rechnet mit Ausweisung

Der regierungskritische türkische Journalist Can Dündar kritisierte die Festsetzung Yücels scharf. "Die Regierung will keine ausländischen Beobachter mehr im Land dulden, weil diese mehr Möglichkeiten haben, über die Ungerechtigkeit zu berichten als die einheimischen Journalisten", sagte der frühere Chefredakteur der türkischen Zeitung "Cumhuriyet" und Gründer der deutsch-türkischen Internetplattform Özgürüz den Dortmunder "Ruhr Nachrichten". Er erwarte, dass Yücel aus der Türkei ausgewiesen werde.

Staatsanwalt vernimmt Yücel : Oliver Mayer-Rüth, ARD Istanbul, mit Einzelheiten
tagesschau 17:00 Uhr, 27.02.2017

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 27. Februar 2017 um 12:45 Uhr

Darstellung: