Deniz Yücel

"Welt"-Journalist Mehr als 200 Künstler fordern Freiheit für Yücel

Stand: 09.12.2017 02:57 Uhr

Mehr als 200 nationale und internationale Künstler und Intellektuelle fordern die Freilassung des in der Türkei inhaftierten Journalisten Yücel. Wie die“Welt“ berichtet, folgten unter anderen U2-Sänger Bono sowie die Literaturnobelpreisträger Pamuk und Jelinek dem Aufruf.

In einem gemeinsamen Appell fordern an diesem Wochenende mehr als 200 Künstler und Prominente aus Deutschland, der Türkei und anderen Ländern einen fairen Prozess und die Freilassung des "Welt"-Korrespondenten Deniz Yücel aus der Haft in der Türkei. Den Aufruf des Freundeskreises #FreeDeniz unterstützen unter anderem die Popstars Bono und Sting sowie die Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk, Elfriede Jelinek, Swetlana Alexijewitsch, Herta Müller und J.M. Coetzee.

Bono von U2 | Bildquelle: picture alliance / Michel Euler/
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Der Sänger Bono gehört zu den Unterzeichnern.

In dem Aufruf, der am Samstag und Sonntag in deutschen und türkischen Zeitungen erscheint, wird darauf verwiesen, dass Yücel sich am 10. Dezember seit 300 Tagen in türkischer Gefangenschaft befindet. "Ohne Anklageschrift ist er in einem Hochsicherheitsgefängnis inhaftiert. Diese 300 Tage sind exakt 300 Tage zuviel", heißt es darin. Deniz Yücel habe als Journalist "nichts anderes getan, als seinen Beruf auszuüben und seine Meinung frei zu äußern".

Künstler schließen sich Forderung an

Zu den Unterzeichnern gehören laut der "Welt" auch die Regisseure Wim Wenders, Volker Schlöndorff und Fatih Akin, die Maler Gerhard Richter und Daniel Richter sowie zahlreiche Journalisten.

Der deutsch-türkische Journalist hatte sich Mitte Februar in Istanbul der Polizei gestellt. Zwei Wochen später wurde er wegen "Terrorpropaganda" und "Volksverhetzung" in Untersuchungshaft genommen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bezeichnete ihn wiederholt als deutschen "Spion" und "Agenten" der PKK. Seine Festnahme belastet die deutsch-türkischen Beziehungen, die Bundesregierung dringt bisher vergeblich auf seine Freilassung.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. Dezember 2017 um 06:00 Uhr.

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