YPG-Kämpfer in der nordsyrischen Stadt Manbidsch (Foto vom 28. März 2018)  | Bildquelle: AP

Nordsyrien Kurdenmiliz YPG zieht aus Manbidsch ab

Stand: 05.06.2018 17:01 Uhr

Auf Druck der Türkei zieht sich die Kurdenmiliz YPG aus der nordsyrischen Stadt Manbidsch zurück. Die YPG hatte die Stadt 2016 von der Terrormiliz IS erobert und ist Verbündeter der US-geführten Koalition.

Nach erheblichem Druck durch die türkische Führung zieht sich die Kurdenmiliz YPG aus der nordsyrischen Stadt Manbidsch zurück.

Die Miliz teilte mit, sie habe den Abzug ihrer Militärberater vor Ort beschlossen, nachdem die Ausbildung lokaler Kräfte abgeschlossen worden sei.

Die kurdischen Truppen hatten Manbidsch im August 2016 von der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) erobert. Unterstützt wurden sie von der US-geführten internationalen Koalition. Die YPG ist in Syrien wichtigster Verbündeter des Bündnisses im Kampf gegen den IS. Sie kontrolliert große Gebiete Nordsyriens an der Grenze zur Türkei.

Drohung mit Angriff auf Manbidsch

Die türkische Führung fordert jedoch den Abzug aus Manbidsch. Sie sieht in der YPG einen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK. Nachdem die türkische Armee die nordsyrische Region Afrin erobert hatte, droht die Regierung in Ankara mit einer weiteren Offensive auf Manbidsch.

In der Stadt sind zur Unterstützung der YPG US-Spezialkräfte stationiert. Ein türkischer Angriff auf die Stadt hätte daher zu einer Konfrontation mit dem NATO-Partner USA führen können. Deshalb begannen vor einigen Monaten Verhandlungen zwischen den Verbündeten, um den Konflikt zu entschärfen.

Fahrzeuge der US-geführten Koalition bei Manbidsch (Foto vom 8. Mai 2018) | Bildquelle: AFP
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Fahrzeuge der US-geführten Koalition bei Manbidsch (Foto vom 8. Mai 2018)

Am Montag sprach der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu mit seinem US-Kollegen Mike Pompeo in Washington. Das US-Außenministerium teilte anschließend mit, die beiden hätten einen "Fahrplan" gutgeheißen, der "Sicherheit und Stabilität" in Manbidsch gewährleisten solle.

Warnung an die USA

Cavusoglu erklärte, die YPG-Kämpfer würden beim Abzug aus Manbidsch entwaffnet. Diese würden sich auf die Region östlich des Euphrat zurückziehen. "Das bedeutet nicht, dass wir akzeptieren werden, dass sie dort bleiben. Tatsächlich kommt die Bedrohung unserer Meinung nach vom Osten des Euphrats."

Cavusoglu kündigte an, das "Manbidsch-Modell" als Fahrplan auf andere Städte anzuwenden. "Dann wird deutlich, was die Einstellung der USA ist und ob sie die YPG aus der Region abzieht." Er warnte die USA vor einer weiteren Zusammenarbeit mit der YPG.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. Juni 2018 um 16:00 Uhr.

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