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[Bildunterschrift: Pakistanische Zensoren legten YouTube lahm - und das sehr viel gründlicher als geplant. ]
Pakistanische Provider haben am Wochenende unbeabsichtigt YouTube blockiert, als sie den lokalen Zugang zu der Seite beschränken wollten. Die Seite war am Sonntag laut eines YouTube-Sprechers weltweit zwei Stunden lang nicht zu erreichen.
Ein pakistanischer Behördensprecher bestätigte, der Versuch, den YouTube-Zugang in dem Land zu beschränken, habe unbeabsichtigterweise User auf der ganzen Welt behindert. Die pakistanische Regierung hatte am Wochenende angeordnet, dass lokale Provider den Zugang zu YouTube blockieren müssen. Dort seien Videos zu sehen, die den Islam beleidigen.
Versuche, YouTube zu erreichen, endeten in Islamabad am Sonntag mit der Fehlermeldung, dass die Seite nicht erreichbar sei. Heute haben dort Nutzer YouTube wieder erreicht. Bestimmte islamkritische Videos waren allerdings nicht verfügbar.
Die pakistanische Regierung rechtfertigte ihre Anordnung. "Die Informationsfreiheit bringt auch Verantwortung mit sich. Wenn man unverantwortlich handelt und diese Freiheit missbraucht, dann haben gesellschaftliche und religiöse Gruppen das Recht, Gegenmaßnahmen zu ergreifen", sagte Telekommunikationsminister Abdullah Riar. Man habe mit der Maßnahme Unruhen in dem muslimischen Land verhindert, hieß es seitens der Behörden: "Diese Seiten haben das Potenzial, noch mehr Unruhen und möglicherweise im ganzen Land auch den Verlust von Menschenleben und Eigentum zu verursachen."
[Bildunterschrift: Im Visier der pakistanischen Regierung: Geert Wilders ]
Pakistan beanstandet laut BBC offenbar vor allem die Verbreitung der Mohammed-Karikaturen und eines Trailers zu einem Film des niederländischen Islam-Gegners Geert Wilders. Dort wird der heutige Terrorismus muslimischer Gruppen auf den Mohammed zurückgeführt. Dieser Clip verletze die Prinzipien der religiösen Toleranz und des friedlichen Miteinanders, hieß es.
Auch pakistanische Nutzer meinen, dass der Wilders' Film gläubige Muslime beleidigt. Doch es gibt viel Kritik daran, dass die Regierung deshalb YouTube insgesamt blockieren ließ. Sie kritisieren auch, dass die Regierung nicht mit den YouTube-Verantwortlichen sprach, statt gleich die Abschaltung anzuordnen.
Nach der Veröffentlichung der Mohammed-Karikaturen hatte es im Jahr 2006 auch in Pakistan heftige Demonstrationen gegeben. Auch die erneute Veröffentlichung in jüngster Zeit hatte zu Demonstrationen geführt. YouTube war bereits in der Vergangenheit mehrfach in verschiedenen Ländern blockiert worden.
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