Thailands Ex-Premierministerin Yingluck  | Bildquelle: AP

Urteil in Thailand Fünf Jahre Haft für Ex-Premier Yingluck

Stand: 27.09.2017 12:42 Uhr

Thailands Ex-Premierministerin Yingluck soll für fünf Jahre in Haft. Ein Bangkoker Gericht verurteilte sie unter anderem wegen der Verschwendung von Steuergeldern. Allerdings war Yingluck nicht anwesend: Sie hat sich ins Ausland abgesetzt.

Thailands ehemalige Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra ist in Abwesenheit zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Oberste Gericht für politische Straftaten in Bangkok sah es als erwiesen an, dass sich die 50-Jährige in ihrer Amtszeit der Verschwendung von Steuergeldern und der Korruption schuldig gemacht hat.

Ins Ausland verschwunden

Yingluck war bei der Urteilsverkündung nicht dabei. Aus Furcht vor einer Haftstrafe hatte sie sich vor einem Monat ins Ausland abgesetzt. In welchem Land sich die Politikerin heute aufhält, ist nicht bekannt. Vermutet wird, dass sie sich über Kambodscha und Singapur nach Dubai abgesetzt hat.

Verluste durch Reis-Subventionen

Der ehemaligen Regierungschefin wird zur Last gelegt, dem Staat mit Subventionen für den Reisanbau - Grundnahrungsmittel in Thailand - Verluste in Milliardenhöhe verursacht zu haben. Sie stritt dies im Prozess bis zuletzt immer wieder ab. Das Gericht kam jedoch zu der Auffassung, dass umgerechnet etwa 6,8 Milliarden Euro Schaden entstanden sei. Trotzdem blieb es deutlich unter der Höchststrafe von zehn Jahren Gefängnis.

Eine Anhängerin der ehemaligen thailändische Premierministerin Yingluck am  vor dem Obersten Gerichtshofs in Bangkok | Bildquelle: AP
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Eine Anhängerin der ehemaligen thailändischen Premierministerin Yingluck vor dem Obersten Gerichtshofs in Bangkok.

Große Anhängerschaft

Die ehemalige Ministerpräsidentin hat in Thailand immer noch eine große Anhängerschaft, vor allem in ärmeren Schichten der Bevölkerung. Yingluck ist die Schwester des früheren Regierungschefs Thaksin Shinawatra, der nach einer Verurteilung wegen Amtsmissbrauchs im Exil lebt. 2011 wurde sie als erste Frau zur Ministerpräsidentin gewählt. Im Mai 2014 setzte das Verfassungsgericht sie ab. Kurz darauf putschte sich das Militär an die Macht, das bis heute regiert.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. September 2017 um 10:00 und 11:00 Uhr in den Nachrichten.

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