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[Bildunterschrift: Bischof Richard Williamson bedauert seine öffentlichen Aussagen zum Holocaust. ]
Die ultrakonservative katholische Piusbruderschaft hat eine Entschuldigung des Holocaust-Leugners Richard Williamson veröffentlicht. Der umstrittene Bischof erklärte darin mit Blick auf seine Fernsehäußerungen zum Massenmord an den Juden, "dass ich die Aussagen bedaure und dass ich sie nicht gemacht hätte, wenn ich vorher gewusst hätte, welchen Schaden und Schmerz sie anrichten würden". Dies bezog er neben der Kirche auch auf "die Überlebenden und Verwandten der Opfer von Ungerechtigkeit im Dritten Reich".
Mit den Aussagen im schwedischen Fernsehen habe er "nur die Meinung" eines "Nicht-Historikers" wiedergegeben. "Die Meinung hat sich vor zwanzig Jahren aufgrund der damals verfügbaren Beweise gebildet. Sie ist seitdem in der Öffentlichkeit kaum besprochen worden", erklärte Williamson. "Ich entschuldige mich vor Gott bei allen Seelen, die über das, was ich gesagt habe, zutiefst empört waren. Wie der Heilige Vater gesagt hat: Jeder Akt der ungerechten Gewalt gegen einen Menschen verletzt die ganze Menschheit."
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Williamsons Erklärung veröffentlichte die Presseagentur der Piusbruderschaft auf ihrer Webseite in englischer, deutscher und spanischer Sprache. Am Tag zuvor hatte bereits die katholische Nachrichtenagentur Zenit über die Entschuldigung berichtet, in der der Bischof seine Aussagen nicht ausdrücklich zurücknahm.
Williamson hatte in einem Interview mit dem schwedischen Fernsehen gesagt, er denke, dass "200.000 bis 300.000 Juden in den Konzentrationslagern gestorben" seien, aber "nicht ein einziger von ihnen in Gaskammern". Am Tag der Ausstrahlung des Interviews hatte Papst Benedikt XVI. ein Dekret unterschrieben, das unter anderem die Exkommunikation Williamsons rückgängig machte - was Entrüstung auslöste.
Die Piusbruderschaft reagierte noch nicht offiziell auf Williamson Erklärung. Der Zentralrat der Juden in Deutschland regierte mit scharfer Kritik. Williamson ziehe "seine verlogenen Thesen zum Holocaust und dessen Leugnung" keineswegs zurück, kritisierte Vizepräsident Dieter Graumann der Online-Ausgabe des "Handelsblatts". "Diese durch und durch verkorkste Erklärung von Williamson nimmt leider überhaupt nichts zurück, sie lässt vielmehr den Schluss zu, er halte die Holocaust-Leugnung, die er ja schon seit Jahrzehnten pathologisch auslebt, weiter aufrecht." Das Thema sei "keineswegs vom Tisch, sondern aktueller als je zuvor".
[Bildunterschrift: Tschechiens Justizminister Jiri Pospisil hält eine juristische Verfolgung Williamsons in der EU für möglich. ]
Williamson, der in dieser Woche nach seiner Ausweisung aus Argentinien nach Großbritannien zurückgekehrt war, muss wegen seiner Aussagen mit juristischer Verfolgung rechnen. Der europäische Rahmenbeschluss gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit könne eine Handhabe gegen Williamson bieten, meinte der EU-Ratsvorsitzende und tschechische Justizminister Jiri Pospisil. "Persönlich halte ich das für möglich, aber darüber muss diskutiert werden", sagte Pospisil. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries befürwortete Schritte gegen den Priester: "Auf jeden Fall muss ihm in der EU beigekommen werden", sagte sie. Wo in Großbritannien sich Williamson zurzeit aufhält, ist unklar.
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