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29.05.2012

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Ausland
Englischsprachige Wikipedia wird für 24 Stunden abgeschaltet
Englischsprachige Online-Enzyklopädie Wikipedia

Offline für 24 Stunden

Logo Wikipedia Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Wikipedia protestiert gegen zwei Gesetzentwürfe in den USA. ]
Nutzer des englischsprachigen Wikipedia-Dienstes müssen morgen auf die Online-Enzyklopädie verzichten. Für 24 Stunden wird die Datenbank abgeschaltet. Das teilte die Stiftung mit. Die deutschsprachige Wikipedia-Enzyplopädie wird weiter online sein. Die Entscheidung ist eine Protestaktion gegen zwei Gesetzentwürfe in den USA, die ein härteres Vorgehen gegen Raubkopierer zum Ziel haben.

Abschaltung für 24 Stunden

Wikipedia sieht bei einer Verabschiedung der Gesetze "verheerende Folgen für das freie und offene Web". Um ihren Protest auszudrücken, wird die englischsprachige Ausgabe www.wikipedia.org von Mittwoch 6.00 Uhr MEZ an für 24 Stunden abgeschaltet. Diese Entscheidung hatten mehr als 1800 Autoren von Wikipedia Artikeln bei einer Online-Diskussion getroffen. Wikipedia Gründer Jimmy Wales rief alle Schüler und Studenten auf, ihre Hausaufgaben früh zu erledigen, weil "Wikipedia gegen ein schlechtes Gesetz protestiert".

Audio: Protest - wikipedia.org geht 24 Stunden offline

AudioSilke Hasselmann, MDR-Hörfunkstudio Washington 17.01.2012 17:02 | 1'12
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Härteres Vorgehen gegen Raubkopierer

Konkret richtet sich der Protest gegen die Gesetzesentwürfe "Stop Online Piracy Act" (SOPA) im US-Repräsentantenhaus und "Protect IP Act" (PIPA) im US-Senat. SOPA wurde vom republikanischen Abgeordneten Lamar Smith aus Texas vorgelegt. Er soll es bei entsprechenden richterlichen Anordnungen ermöglichen, ausländische Webseiten zu sperren, die Raubkopien anbieten. Dafür soll eine "schwarze Liste" mit unseriösen Seiten erstellt werden, die in Amerika nicht mehr zu erreichen sein sollen.

Screenshot Wikipedia (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Die Online-Enzyklopädie Wikipedia will 24 Stunden offline gehen. ]

Kritik auch von US-Präsident Obama

Der von einem demokratischen Abgeordneten eingebracht PIPA soll Behörden erlauben, gegen im Ausland ansässige Firmen vorzugehen, denen Verletzungen des geistigen Eigentums vorgeworfen werden. Die Gesetzentwürfe sind auch in den USA umstritten. Kritik an SOPA kommt unter anderem aus dem Weißen Haus. US-Präsident Obama kündigte an, kein Gesetz zu unterstützen, "das die Meinungsfreiheit einschränkt, die Risiken der Cyber-Sicherheit erhöht oder die dynamische und innovative Kraft des weltweiten Netzes untergräbt".

Nach der Kritik an dem von ihm vorgelegten SOPA zeigte sich der Abgeordnete Smith zuletzt kompromissbereit. Informationen darüber, wie dieser Kompromiss aussehen könnte, liegen bislang nicht vor. Kritiker wie die Electronic Frontier Foundation aus den USA fordern allerdings, das Gesetz vollständig zu verwerfen.

Zitat:

Wikipedia-Mitgründer Jimmy Wales (Foto: dpa)
"Wir können nicht ignorieren, dass SOPA und PIPA die freie Meinungsäußerung in den USA und im Ausland gefährden und der Welt ein schockierendes Vorbild für die Internet-Zensur liefern."
Quelle: Wikipedia Gründer Jimmy Wales,

Neben Wikipedia haben sich auch andere gegen die Gesetzentwürfe ausgesprochen. Facebook, Yahoo, Twitter oder Google kritisierten den Eingriff in die Netzfreiheit. Eine Abschaltung der eigenen Webseite lehnten sie aber ab. Twitter-Vorstandschef Dick Costello bezeichnete eine Abschaltung als "nicht sinnvoll".

Stand: 17.01.2012 12:39 Uhr
 

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