Assange meldet sich aus ecuadorianischer Botschaft WikiLeaks veröffentlicht erneut US-Dokumente

Stand: 25.10.2012 21:23 Uhr

Die Enthüllungsplattform WikiLeaks hat mit der Veröffentlichung von mehr als hundert neuen US-Militärdokumenten begonnen. Darunter befänden sich auch Anweisungen zum Umgang mit Häftlingen in den umstrittenen Militärgefängnissen im Irak und im Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba, teilte Wikileaks-Gründer Julian Assange am Donnerstag mit.

Handbuch für Lager in Guantánamo

Screenshot der Homepage von Wikileaks.
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Auf ihrer Internetseite will Wikileaks ein Handbuch zur Behandlung von Gefangenen veröffentlichen.

Insbesondere verfüge WikiLeaks über ein Handbuch, das im Jahr 2002 kurz nach der Gründung des Lagers Guantánamo unter dem damaligen US-Präsident George W. Bush herausgebracht worden war. "Dieses Dokument ist von großer historischer Bedeutung. Guantánamo Bay ist zu Recht zu einem Symbol für die systematische Verletzung der Menschenrechte im Westen geworden", erklärte Assange.

Es werde dokumentiert, wie nach den Anschlägen vom 11. September 2001 ein rechtsfreier Raum geschaffen worden sei, in dem das US-Verteidigungsministerium Verdächtige habe inhaftieren können, ohne darüber Rechenschaft ablegen zu müssen. "Es zeigt die Exzesse der frühen Tage des Kriegs gegen einen unbekannten 'Feind' und wie diese Maßnahmen reiften und sich entwickelten, um in den permanenten Ausnahmezustand zu münden, in dem sich die USA heute, ein Jahrzehnt später, befinden", erklärte Assange.

Assange nach wie vor in London

Julian Assange bei seinem Auftritt auf dem Balkon der Botschaft Ecuadors in London
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Assange harrt weiter in der Botschaft Ecuadors in London aus.

Seine Organisation hatte mit der Veröffentlichung geheimer Dokumente zu den Kriegen im Irak und in Afghanistan sowie zehntausender Diplomatendepeschen den Zorn der USA auf sich gezogen. Seit einiger Zeit macht aber vor allem Assange selbst von sich reden. Mitte Juni war der Australier in Ecuadors Botschaft in London geflohen, nachdem er alle Rechtsmittel gegen seine Auslieferung an Schweden ausgeschöpft hatte, wo er wegen mutmaßlicher Sexualdelikte befragt werden soll. Der 41-Jährige befürchtet nach eigenen Angaben, von Schweden an die USA ausgeliefert zu werden, wo ihm der Prozess wegen Geheimnisverrats gemacht werden könnte.

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