CIA-Logo in der Lobby des CIA | Bildquelle: AFP

Ermittlungen zu WikiLeaks-Enthüllung Datenleck als Vergeltungsschlag?

Stand: 13.03.2017 02:06 Uhr

Auf der Suche nach dem Datenleck, das die jüngsten WikiLeaks-Enthüllungen ermöglicht hat, konzentrieren sich die US-Ermittler einem Zeitungsbericht zufolge auf ehemalige Vertragspartner der CIA. Reichten unzufriedene Mitarbeiter die Geheimdokumente an die Internetplattform weiter?

Wie gelangten die mehr als 8700 geheimen Dokumente des US-Geheimdienstes CIA, die vergangene Woche von WikiLeaks veröffentlicht wurden, in die Hände der Betreiber der Internetplattform? Die Ermittler, die diese Frage zu klären versuchen, gehen offenbar einem ganz bestimmten Verdacht nach: Sie vermuten das Datenleck in einem Unternehmen, das als Vertragspartner mit der CIA zusammengearbeitet hat, berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf anonyme Quellen.

Unzufriedene Mitarbeiter als mögliche Quelle

Der Zeitung zufolge konzentrieren sich die Ermittlungen derzeit auf eine kleine Software-Firma, die zu den früheren CIA-Vertragspartnern zählt. Das Unternehmen habe mit dem Geheimdienst an Hacker-Projekten gearbeitet und über notwendige Sicherheitsgenehmigungen verfügt, die den Zugriff auf die Dokumente möglich gemacht haben könnten. Doch nachdem dem Unternehmen der Auftrag entzogen worden sei, habe bei einigen Mitarbeitern Unzufriedenheit geherrscht.

Der Verdacht: Einer dieser Mitarbeiter könnte als eine Art Vergeltungsschlag die Dokumente an WikiLeaks weitergeleitet haben. Die geheimen Informationen stammen aus dem CIA-Zentrum für Cyberaufklärung in Langley nahe Washington D.C. Ihre Enthüllung ist besonders brisant, weil in den Dokumenten offenbart wird, wie CIA-Software auf iPhones, Android-Handys von Google, auf Fernsehgeräte des Herstellers Samsung und sogar auf Bordcomputer von Autos zugreift, um sie als Abhörgeräte zu nutzen.

Kooperation zwischen Konzernen und Wikileaks?

WikiLeaks-Gründer Julian Assange hatte dieses Vorgehen als einen "historischen Akt von zerstörerischer Inkompetenz" bezeichnet und den Technologieunternehmen Hilfe angeboten. WikiLeaks wolle mit den Konzernen zusammenarbeiten, um Methoden zu finden, wie diese sich vor Hackerangriffen durch die CIA schützen könnten. Dabei helfen könnten laut Assange weitere Daten und Informationen über die CIA-Praktiken, die Wikileaks bislang noch unter Verschluss halte.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 13. März 2017 u.a. um 03:08 und 04:49 Uhr.

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