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Nach Veröffentlichung von AKP-Mails WikiLeaks in der Türkei geblockt

Stand: 20.07.2016 15:10 Uhr

Mit der Veröffentlichung interner AKP-Mails hat die Enthüllungsplattform WikiLeaks die türkische Regierung verärgert. Kurz nach der Freischaltung von fast 300.000 Dokumenten wurde der Zugang gesperrt.

In der Türkei ist der Zugang zu WikiLeaks blockiert. Die zuständige Regulierungsbehörde habe "Maßnahmen" gegen die Plattform ergriffen, teilte die staatliche Stelle mit. Die türkische Regierung begründete das Blockieren des Zugangs zu den Dokumenten damit, dass es sich um eine "Verletzung der Privatsphäre" und die "Veröffentlichung illegal erhaltener Daten" handle.

WikiLeaks @wikileaks
Erdogan government officially orders WikiLeaks to be blocked after publishing 300k emails from his party, AKP https://t.co/spQfv9XFfk

AKP-Mails zu "Beziehungen mit der Welt"

Zuvor hatte WikiLeaks 294.548 E-Mails der türkischen Regierungspartei AKP öffentlich zugänglich gemacht. Anhand von Begriffen oder Sätzen können die Mails durchsucht werden. In einem Schriftstück ist auch das "Schmäh-Gedicht" von Jan Böhmermann in voller Länge zitiert. Viele Mails sind auf türkisch, ein Teil der Korrespondenz aber auch auf Deutsch.

Die Datenbank speist sich laut WikiLeaks aus 762 Posteingängen. Sie seien der AKP zuzuordnen. Der Inhalt der veröffentlichten Mails beziehe sich meist nicht auf Interna der Regierung, sondern auf "Beziehungen mit der Welt", also vermutlich auf außenpolitische Themen. 

WikiLeaks spricht von "Cyberkrieg"

Die aktuellste Mail sei am 6. Juli verschickt worden, die älteste stamme aus dem Jahr 2010. Das Material sei eine Woche vor dem Putschversuch in der Türkei erlangt worden. Die Veröffentlichung der Dokumente hatte WikiLeaks bereits am Montag auf Twitter angekündigt. Später teilte die Organisation dann mit, dass es "anhaltende Attacken" auf ihre Infrastruktur gebe. Kurz vor der Veröffentlichung der Dokumente erklärte sie in einem weiteren Eintrag: "Es scheint, als hätten wir den ganztägigen Cyberkrieg gewonnen. Die AKP-E-Mails erscheinen in Kürze."

Die Enthüllungsplattform bietet Informanten und Whistleblowern eine anonyme Veröffentlichung von Dokumenten an. In der Vergangenheit hatte WikiLeaks mehrfach brisante Kommunikation veröffentlicht - darunter auch viele geheime US-Dokumente.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. Juli 2016 um 10:00 Uhr.

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