Männer mit Laptops vor CIA-Logo | Bildquelle: REUTERS

USA nach WikiLeaks-Enthüllung Zwischen Schweigen und Schäumen

Stand: 08.03.2017 05:21 Uhr

Noch sind die Kommentare der Experten zurückhaltend - und die US-Regierung schweigt. Doch lange dürfte es nicht so bleiben, zu gewichtig und glaubwürdig ist die WikiLeaks-Enthüllung von CIA-Interna offenbar.

Von Sabrina Fritz, ARD-Studio Washington

Die WikiLeaks-Enthüllungen sind das Topthema in den amerikanischen Nachrichten. Doch da es noch keine offizielle Bestätigung gibt, sind die Kommentare recht vorsichtig: "Wenn es das ist, was es vorgibt zu sein", sagt Ex-CIA-Chef Michael Hayden, "ist es ein sehr umfangreicher Bericht von Taktik, Vorgehen, Zielen und politischen Regeln, wie der Geheimdienst geführt wird." Der Schaden könne enorm sein.

Die Dokumente beschreiben, wie der US-Geheimdienst Fernseher als Abhörwanzen benutzt oder in Handys oder Bordcomputer von Autos einbricht. "Sie können Musik spielen oder komplett die Kontrolle über das Auto übernehmen und einen Unfall verursachen, wenn sie jemand umbringen wollen", erklärt Computerexperte Ross Schulmer bei CNN.

US-Reaktionen auf die Wikileaks-Enthüllungen
Mittagsmagazin, 08.03.2017, Svea Eckert, NDR

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Schweigen wird wohl nicht reichen

Offizielle Stellungnahmen gibt es noch nicht. Das Weiße Haus und das Außenministerium schweigen. CIA-Sprecher Dean Boyd erklärte: "Wir kommentieren keine angeblichen Geheimdienst-Dokumente." Doch damit wird er wohl nicht durchkommen, denn bislang gibt es wenig Hinweise, dass die Dokumente nicht echt sind.

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet: "Bei der CIA schäumen sie vor Wut." Denn nun können auch andere Länder die Praktiken des US-Auslandsgeheimdienstes im Internet nachlesen. Zum Beispiel auch, wie man einen Computer hackt und es dann so aussehen lässt, als sei es jemand anderes gewesen. Der Ex-CIA-Mitarbeiter Philipp Mudd sagt, es sei sogar die Aufgabe eines Geheimdienstes, falsche Fährten zu legen: "Wenn man einen Cyberangriff durchführt, möchte man nicht, dass draufsteht 'Made in USA'."

Wer war es?

Die Amerikaner beschäftigen jetzt zwei Fragen. Erstens, wurden auch Amerikaner abgehört - was laut Gesetz nur mit einem richterlichen Beschluss erlaubt wäre. Und zweitens: Wer war’s?

"Wie bei Edward Snowden: Wer war’s, warum haben sie es getan und wo sind sie jetzt? Es gibt eine Menge Leute, die sagen, wir werden sie schnappen und sie werden dafür bezahlen." Die "New York Times" stellt die Berichte jedenfalls auf eine Stufe mit den Enthüllungen von Chelsea Manning und Edward Snowden. Und die jetzt veröffentlichten Berichte sind offenbar nur der Anfang einer mehrteiligen Serie.

WikiLeaks stand zuletzt in der Kritik. Die damalige US-Regierung von Barack Obama hatte der Enthüllungsplattform vorgeworfen, sich vom russischen Geheimdienst instrumentalisieren zu lassen, um den US-Wahlkampf zu beeinflussen. Beweise dafür wurden allerdings nicht vorgelegt.

US-Reaktionen auf Wikileaks-Enthüllungen
Sabrina Fritz, ARD Washington
08.03.2017 05:31 Uhr

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 07. März 2017 um 22:15 Uhr.

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