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[Bildunterschrift: Starb im Alter von 93 Jahren: US-Schauspieler Richard Widmark (Archivbild von 1991). ]
Richard Widmark ist tot. Laut seiner Familie starb der US-Schauspieler im Alter von 93 Jahren in seinem Haus im US-Bundesstaat Connecticut, wo er seit Jahren zurückgezogen lebte. Im Laufe seiner mehrere Jahrzehnte umfassenden Karriere wirkte er an mehr als 40 Filmen mit.
Widmark gehörte zu den letzten Stars einer großen Epoche Hollywoods. Der Nachkomme schwedischer Einwanderer feierte 1947 in Henry Hathaways klassischem Thriller "Der Todeskuss" ein fulminantes Kinodebüt als psychopathisch-sadistischer Killer. Mit dieser Rolle wurde der Schauspieler und Rundfunksprecher, der in New York beim Radio arbeitete, auf einen Schlag berühmt. In der Folgezeit hatte der intelligente Schauspieler mit Universitätsdiplomen in Politik und Rhetorik auf der Leinwand allerlei Schurken zu verkörpern.
Doch Widmark entkam schließlich diesem Typklischee und wurde in den 50er Jahren einer der ganz großen Westenhelden Hollywoods. Für den Pferdenarr von Kindesbeinen an waren das die schönsten Rollen: "Ich bin ein Naturmensch, und das Schönste an den Dreharbeiten zu den Western war immer, dass wir uns viel unter freiem Himmel aufhielten."
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Widmarks Mitwirkung in etlichen Kriegsfilmen hing mehr mit seinem markanten Äußeren zusammen als eigenen militärischen Erfahrungen. Denn wegen eines Defekts am Trommelfell war er vom Soldatendienst im Zweiten Weltkrieg freigestellt. 1937 hatte Widmark Deutschland mit dem Rad durchkreuzt. In den 60er Jahren fiel der erbitterte Vietnamkriegs-Gegner durch politisches Engagement auf. So setzte er später für schärfere Gesetze und Waffenkontrollen ein. "Ich weiß, dass meine halbe Karriere auf Gewalt beruht", sagte er, "aber ich verabscheue Gewalt."
Vom Party-Leben in Hollywood hielt sich Widmark gewöhnlich fern. Auch von Talkshows und großen Reden hielt Widmark, der schon vielen Jahren sehr zurückgezogen auf seiner Farm in Connecticut lebte, überhaupt nichts.
Die Hollywood-Produktionen der Gegenwart strafte Widmark häufig mit Verachtung. "Ich empfinde es als Untugend, wenn bei einem Film die besonders gute Kameraführung auffällt oder einige Darsteller alle anderen an die Wand spielen. Das raubt dem Film die künstlerische Einheit." Der Hollywood-Veteran haderte zuletzt ohnehin mit der Entwicklung bei Film und Fernsehen: "Das, was wir einmal Unterhaltung nannten, ist zu einem blasierten und zynischen Geschäft geworden." 1991 stand er zum letzten Mal vor der Filmkamera - in dem Politthriller "Der Preis der Macht".
Widmarks erste Ehe mit der Drehbuchautorin Jean Hazlewood endete erst nach 55 Jahren mit dem Tod seiner Frau. 84-jährig heiratete er 1999 die Schauspielerin Susan Blanchard, die Ex-Frau der verstorbenen Hollywood-Legende Henry Fonda.
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