Sonnenlicht strahlt orange durch eine Baumgruppe. | Bildquelle: dpa

2016 toppt Wärmerekorde Wieder ein hitziges Rekordjahr

Stand: 18.01.2017 19:13 Uhr

Das letzte Jahr stellt wieder einen Rekord auf - zumindest was die Temperaturen betrifft. Global war 2016 das wärmste Jahr seit mehr als 130 Jahren. In Deutschland allerdings kletterte die Jahres-Mitteltemperatur auf keinen neuen Höchstwert.

Seit mehr als 130 Jahren war kein Jahr so warm wie 2016 - genauer gesagt seit dem Beginn der offiziellen Messaufzeichnungen im Jahr 1880. Das gab die Weltwetterorganisation WMO bekannt.

Die Temperatur über Landes- und Meeresflächen lag global gesehen um 0,94 Grad Celsius über dem Durchschnittswert des 20. Jahrhunderts, wie Daten der US-Ozeanografie- und Wetterbehörde NOAA sowie der Raumfahrtbehörde NASA belegen. Gegenüber dem Vorjahr stieg der Mittelwert in 2016 um 0,07 Grad Celsius.

Damit wurde zum dritten Mal in Folge ein Wärme-Rekord aufgestellt. Schuld ist der Klimawandel. Zwar spielten auch Klimaphänomene wie etwa El Niño, das eine Erwärmung des Pazifischen Ozeans bewirkt, eine Rolle bei dem Höchstwert - doch die Hauptursache sei nach wie vor der "menschliche Einfluss auf das Klima durch den Ausstoß von Treibhausgasen in die Atmosphäre", so der britische Klimaforscher Peter Stott.

Verschwindet das Arktis-Eis?

International versucht die Politik, die Bedrohung durch den Klimawandel aufzuhalten - etwa durch das Pariser Klimaabkommen, dem sich Ende 2015 mehr als 190 Staaten angeschlossen hatten. Das Ziel des Abkommens: Die Erderwärmung soll auf zwei Grad, wenn möglich sogar auf 1,5 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter begrenzt werden. Ziele, die aus Sicht des Direktors des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Hans Joachim Schellnhuber, unbedingt erfüllt werden müssen.

Er warnt vor den Konsequenzen des Klimawandels: Schon in 20 bis 30 Jahren könnte das Meereis der Arktis in den Sommermonaten völlig verschwunden sein - was auch Folgen für Deutschland hätte. "Mit der wärmeren Arktis bauen sich Hochdrucklagen auf, die im Winter Kaltluft zu uns leiten. Das könnte, trotz globaler Erwärmung, bei uns zu Kälteeinbrüchen führen."

Kein Rekord in Deutschland

In Deutschland gab es im vergangenen Jahr allerdings keinen neuen Rekord - der Durchschnittswert blieb hinter dem aus 2014 und 2015 zurück, beides waren Rekord-Jahre gewesen. Laut Deutschem Wetterdienst wurde eine Mitteltemperatur von 9,5 Grad Celsius verzeichnet: Ein zwar "sehr warmes Jahr", doch der gleiche Mittelwert wurde auch in den Jahren 1934, 1989, 1990, 1999, 2006 und 2008 erreicht.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. Januar 2017 um 20:00 Uhr

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