Mann im Schneesturm in Atlantic City | Bildquelle: AP

Kältewelle in den USA Wenn alles vor Frost erstarrt

Stand: 05.01.2018 09:21 Uhr

Ein riesiges Kälteband von Norden bis Süden hängt über den USA. Im Sonnenstaat Florida fallen Leguane im Frost von den Bäumen. Und im Norden warnen Politiker die Bürger davor, aus dem Haus zu gehen. Stromausfälle verstärken die Eiseskälte.

Von Torsten Teichmann, ARD-Studio Washington

An der Ostküste Floridas ist es so kalt geworden, dass Grüne Leguane erstarren und von ihren Bäumen fallen. Bäuchlings liegen die Tiere auf dem Boden, atmen wenig und warten, dass es wärmer wird. Doch danach sieht es nicht aus - erst recht nicht im Nordosten der USA. Marty Walsh, der Bürgermeister von Boston, forderte die Bevölkerung auf, in Häusern und Wohnungen zu bleiben aus Sorge vor Schnee, Sturm und Wasser. Der Sturm, so warnt er, werde noch bis in die Nacht anhalten, mit Schneeverwehungen müsse gerechnet werden.

Boston liegt unter einer dicken Schneedecke. Und zusätzlich hat der Wintersturm Meerwasser in die Straßen gedrückt. Eine Flut wie zuletzt vielleicht 1978 sei zu befürchten, heißt es.

Kältewelle an US-Ostküste
tagesschau 20:00 Uhr, 05.01.2018, Jan Philipp Burgard, ARD Washington

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Ohne Strom keine Heizung

Im gesamten Bundesstaat Massachusetts sind bereits mehr als 24.000 Stromausfälle gemeldet worden. Die größte Sorge ist, dass Haushalte ohne Strom in vielen Fällen auch nicht mehr heizen können. Stark gefährdet sind auch Obdachlose und arme Familien.

In Boston, Virginia und selbst Florida haben Notunterkünfte ihre Türen geöffnet. An vielen Flughäfen soll der Betrieb im Verlauf des Tages wieder aufgenommen werden. Über Nacht waren Passagiere zum Beispiel in Newark (US-Bundesstaat New Jersey) gestrandet. Mehr als 3500 Flüge waren gestrichen worden.

In North Carolina starben drei Menschen, als ihr Auto von der Fahrbahn abkam. Anders als in Boston sind US-Amerikaner im Südosten auch im Winter nicht auf Schnee vorbereitet. Die Menschen hätten hier keine Erfahrung mit solch einem Wetter, sagt ein Mann. Und deshalb gebe es auch wenige Trucks, um Straßen zu räumen - "wir brauchen das nicht so oft".

Eine Frau schaufelt in Boston Schnee weg, um zu ihrem Auto zu gelangen | Bildquelle: dpa
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Es muss geschaufelt werden - nur dann ist, wie hier in Boston, ein Fortkommen möglich.

Obdachlose schützen sich in Boston mit Decken gegen die Kälte. | Bildquelle: AFP
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In Boston schützen sich Obdachlose mit Decken gegen die Kälte.

Im Süden - ist es auch nicht besser

Und eine Urlauberin erzählt, sie sei in den Süden gereist in der Hoffnung, den Schnee in Chicago zurückzulassen. Die Familie war 1250 Kilometer Richtung Süden nach Savannah (US-Bundesstaat Georgia) gefahren. Dort erwartete sie statt warmen Wetters: Frost. In der Gegend schneite es so viel wie seit 28 Jahren nicht mehr.

Immerhin, tröstet sich Jessica, sei der Schnee auf Bäumen mit Louisianamoos wunderschön. Die Straßen seien spiegelglatt - "völlig verrückt. Aber es sieht schön aus". 

Mann in Atlantic City (US-Bundesstaat New Jersey) kämpft sich durch den hüfthohen Schnee | Bildquelle: AFP
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Auch in Atlantic City (New Jersey) liegt der Schnee in den Straßen.

Es bleibt eisig

Nachdem der Sturm Richtung Norden abgezogen ist, strömt allerdings noch kältere Luft an die Ostküste: Minus 20 Grad Celsius und tiefere Werte werden erwartet. Dazu heftige Winde. In vielen Orten bleiben Behörden und Schulen deshalb geschlossen.

Und was die Grünen Leguane in Florida betrifft: Die Tiere erwachen aus ihrer Kältestarre, sobald es wieder wärmer wird. Womöglich werden sie sich erst nach dem Wochenende wieder rühren.

Über dieses Thema berichteten am 05. Januar 2018 die tagesschau um 09:00 Uhr und tagesschau24 um 11:00 Uhr.

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