Deutscher Zaungast verspricht Beistand

Guido Westerwelle zu Besuch beim israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu.   (Bildquelle: dpa)

Außenminister Westerwelle in Israel

Deutscher Zaungast verspricht Beistand

Die Nahost-Diplomatie läuft auf Hochtouren: Zwischen den vielen Besuchen von US-Außenminister Kerry reist auch Westerwelle nach Israel, um Freundschaft zuzusichern. Doch vor dem nächsten Kerry-Termin bleibt ihm nur die Rolle des Zaungastes.

Von Christian Wagner, ARD-Hörfunkstudio Tel Aviv

In den vergangenen acht Wochen war John Kerry dreimal da und nächsten Dienstag hat sich der US-Außenminister schon wieder angekündigt. Da ist die Lücke nicht groß, die Guido Westerwelle für seinen Besuch bei Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in Jerusalem nutzt. "Gerade in diesen sehr schwierigen Zeiten steht Deutschland an der Seite Israels", sagte Westerwelle. "Wir unterstützen Israel und wir möchten eng zusammenarbeiten als enge Freunde und Partner."

Der deutsche Außenminister meint die angespannte Lage an der Grenze Israels zum Bürgerkriegsland Syrien im Norden und die schwelende Iran-Krise: Israel droht nach wie vor mit einem Angriff auf iranische Atomanlagen, um den Bau von Atomwaffen dort zumindest zu verzögern.

Freundschaft und Beistand - Westerwelle trifft Netanjahu
C. Wagner, ARD Tel Aviv
17.05.2013 16:52 Uhr

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Auch Merkel und Deutschland als "beste Freunde"

Netanjahu spricht von einem Nahen Osten, der im Umbruch sei wie seit Jahrzehnten nicht mehr und er beschwört die Freundschaft seines Gastes mit Israel: Auch Bundeskanzlerin Merkel und Deutschland insgesamt seien ja beste Freunde des Staates Israel.

Im Hinterkopf haben Netanjahu wie Westerwelle die jüngsten Angriffe der israelischen Luftwaffe auf mutmaßliche Waffentransporte innerhalb von Syrien. Wie ein Mantra sprechen israelische Politiker vom Recht auf Selbstverteidigung – auch Westerwelle übernimmt diese Formulierung. Netanjahu spricht gerne von Israel als der Villa im Dschungel, der einzigen Demokratie im Nahen Osten.

Netanjahu: "Ich werde mich nicht verschließen"

Mit einem kleinen Hinweis bei Westerwelles Besuch will der israelische Regierungschef nun dem Vorwurf entgegentreten, Israel würde sich einigeln und die Probleme in der Region nicht angehen: "Ich stehe zur Verfügung, wo immer es notwendig sein mag. Ich werde mich keinem notwendigen Gespräch verschließen, ich tue aber auch alles, um die Bürger Israels zu schützen."

Am Vormittag in Tel Aviv, beim Treffen Westerwelles mit der Justizministerin und Friedensprozess-Beauftragten Tsipi Livni war es neben Syrien vor allem um die Nahost-Initiative von US-Außenminister Kerry gegangen. Jetzt, im Büro des israelischen Ministerpräsidenten ist es nur Westerwelle, der Kerrys Bemühen zur Sprache bringt: "Wir glauben, dass der Friedensprozess im Nahen Osten und die Arbeit an einer Zwei-Staaten-Lösung jetzt wiederbelebt werden sollten. Wir werden tun, was wir können, um in Israel und der gesamten Region Sicherheit und eine nachhaltige Entwicklung zu ermöglichen."

Erst im Juni wird's konkret

Wie er denn konkret eine Annäherung von Israelis und Palästinensern fördern wolle? Dazu konnte Westerwelle noch nichts genaues sagen. Alle warten auf den 7. Juni: Diesen Termin in genau drei Wochen hat sich Kerry gesetzt, um die Ergebnisse seiner Pendeldiplomatie zwischen Ramallah und Jerusalem auf den Tisch zu legen. Bis dahin bleiben Besucher wie Westerwelle nur Zaungäste ohne Einblick.

Westerwelle sichert Israel Unterstützung zu
tagesschau 20:00 Uhr, 17.05.2013, Markus Rosch, ARD Tel Aviv

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Stand: 17.05.2013 17:43 Uhr

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