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10.02.2012

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Ausland
Karikaturist Dänemark
Mordanschlag auf Mohammed-Zeichner vereitelt
Täter soll Kontakte zu Al Kaida haben

Mordanschlag auf Mohammed-Zeichner vereitelt

Mit einer Axt und einem Messer bewaffnet ist ein 28-jähriger Mann in Dänemark in die Wohnung des Karikaturisten Westergaard eingedrungen. Der Zeichner der umstrittenen Mohammed-Karikaturen konnte flüchten und blieb unverletzt. Der Angreifer soll enge Verbindungen zu Al Kaida haben.

Von Alexander Budde, ARD-Hörfunkstudio Stockholm

Offenbar nur mit knapper Not kam der dänische Karikaturenzeichner Kurt Westergaard mit dem Leben davon, als gestern Abend gegen 22 Uhr ein 28-jähriger Mann mit Axt und Messer bewaffnet in seine Wohnung im  westdänischen Århus eindrang. Der 74-Jährige konnte sich mit seiner fünfjährigen Enkelin ins Badezimmer flüchten, das seine Bewacher zu einem so genannten "Panikraum" umgebaut hatten.

Den Schutzraum mit Stahlplatten in der Tür und einem Fenster aus Panzerglas hatte Westergaard vor einigen Wochen im dänischen Fernsehen vorgeführt. Hier hinein konnte der Somalier bis zum Eintreffen der Polizei nicht eindringen. Er habe aber lauthals geflucht und Westergaard mit Ermordung gedroht. "Es hat nicht viel gefehlt", sagte der Zeichner seiner Zeitung "Jyllands-Posten".

Angreifer wurde von Polizei angeschossen

Der Angreifer richtete seinen Zorn schließlich auf das in zehn Streifenwagen anrückende Überfallkommando der Polizei, berichtete Einsatzleiter Bent Nielsen im Dänischen Rundfunk: "Er griff die erste Patrouille an und warf seine Axt nach einem Beamten. Die Kollegen schossen ihm dann ins rechte Bein und in die linke Hand." Der 28-Jährige wurde mit nicht lebensbedrohlichen Verletzungen ins Krankenhaus von Århus gebracht. Auf einer Bahre liegend und die Wunden in Gips wurde der 28-Jährige am Nachmittag dem Haftrichter vorgeführt. Ihm wird zweifacher versuchter Mord an Westergaard und einem Polizeibeamten vorgeworfen.

Kurt Westergaard (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Hatte Mohammed mit einer Bombe im Turban gezeichnet: Karikaturist Kurt Westergaard ]
Nach Angaben des dänischen Geheimdienstes PET war der junge Mann, der im Westen Dänemarks lebt, seit geraumer Zeit im Visier der Sicherheitsbehörden. Er gehöre einer dänischen Zelle von Radikalen mit engen Verbindungen zur somalischen Al-Shabab-Miliz sowie zur Führung des Terrornetzwerks Al Kaida in Ostafrika an. Er sei wiederholt in die Region gereist und habe sich an "terroristischen Aktivitäten beteiligt". Al Shabab habe sich zum Magneten für junge Islamisten aus den USA, Pakistan sowie europäischen Ländern entwickelt.

Wütende Proteste wegen Mohammed-Karikaturen

Im September 2005 hatte die Zeitung "Jyllands-Posten" zwölf Karikaturen des Propheten Mohammed veröffentlicht. Westergaard zeichnete den Propheten mit einer Bombe im Turban. Bei wütenden Protesten in zahlreichen muslimischen Ländern ging im Jahr darauf die dänische Gesandtschaft im Libanon in Flammen auf, dänische Waren wurden boykottiert und ein Kopfgeld auf die Zeichner ausgesetzt.

Im Februar 2008 nahmen die dänischen Sicherheitsbehörden eine Gruppe junger Zuwanderer fest, die angeblich kurz vor einem Anschlag auf Westergaard standen. Im Oktober 2009 wurden in den USA zwei Männer mit pakistanischem Hintergrund festgesetzt. Auch sie sollen Anschläge auf Westergaard und die Zeitung geplant haben. Der Zeichner lebt seit vier Jahren unter ständigem Polizeischutz. Er wurde noch in der Nacht an einen sicheren Ort gebracht.

Stand: 02.01.2010 17:21 Uhr
 

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