Helmut Kohl | Bildquelle: REUTERS

Reaktionen auf Tod Kohls "Ein Gigant der europäischen Geschichte"

Stand: 17.06.2017 07:57 Uhr

Er war nicht nur der Kanzler der Deutschen Einheit, sondern auch ein Wegbereiter der Europäischen Union. Der Tod Helmut Kohls sorgt weltweit für Trauer. Ein Freund aus Moskau würdigt den Verstorbenen als Figur der Weltgeschichte.

Der Tod des früheren Bundeskanzlers Helmut Kohl im Alter von 87 Jahren hat international Trauer ausgelöst. Wegbegleiter aus den Staaten der EU, NATO, aber auch aus ehemals kommunistischen Staaten würdigten ihn als herausragenden Staatsmann.

Der einstige sowjetische Staatspräsident Michail Gorbatschow verwies auf Kohls Rolle bei der Überwindung der Teilung Deutschlands. Kohl habe dabei deutliche Spuren in der Weltgeschichte hinterlassen. "Die Deutschen haben Helmut Kohl den Spitznamen 'Kanzler der deutschen Einheit' gegeben. Das ist richtig und gerecht", sagte Gorbatschow.

Kohl hatte nach der friedlichen Revolution in der DDR 1989 mit Gorbatschow sowie den Staats- und Regierungschefs der USA, Großbritanniens und Frankreichs die Bedingungen für die Deutsche Einheit ausgehandelt. Dabei war es ihm gelungen, teils tief sitzende Vorbehalte gegen ein vereinigtes Deutschland auszuräumen - in der damaligen UdSSR, aber auch in Großbritannien und Frankreich. Mit Gorbatschow, den er anfangs in einem Interview indirekt noch mit NS-Propagandaminister Joseph Goebbels verglichen hatte, entstand in dieser Zeit eine persönliche Freundschaft.

Helmut Kohl, Michail Gorbatschow und George H. W. Bush | Bildquelle: dpa
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Aus Partnern wurden Freunde: Kohl, Gorbatschow und Bush bei einer Preisverleihung im Jahr 2005.

"Ein wahrer Freund der Freiheit"

Den stärksten Rückhalt genoss Kohls Unterfangen von Anfang an in den USA. Der damalige US-Präsident George H. W. Bush nannte Kohl einen "wahren Freund der Freiheit". Er sehe in Kohl eine "der größten politischen Führungsfiguren im Nachkriegseuropa", erklärte Bush weiter.

Sein Nachfolger Bill Clinton sagte, Kohl habe "einige der monumentalsten Fragen seinerZeit" richtig beantwortet. Damit habe Kohl "die Wiedervereinigung eines starken, prosperierenden Deutschlands" möglich gemacht und die Schaffung der Europäischen Union.

Der aktuelle US-Präsident Donald Trump beschrieb Kohl als Freund und Verbündeten der USA. Kohl sei nicht nur der Vater der deutschen Wiedervereinigung gewesen, sondern auch ein Verfechter für Europa und das transatlantische Verhältnis. Die Welt habe von seinem Weitblick und seinen Anstrengungen profitiert. "Sein Vermächtnis wird weiterleben."

Theo Waigel, Ex-Bundesfinanzminister, zum Tod von Helmut Kohl
tagesthemen 23:15 Uhr, 16.06.2017

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"Ein Baumeister des Friedens"

Kohls Stärken im unmittelbaren persönlichen Umgang prägten auch sein zunächst schwieriges und später freundschaftliches Verhältnis zum damaligen französischen Präsidenten Francois Mitterand. Emmanuel Macron, heutiges Staatsoberhaupt Frankreichs, nannte Kohl einen Baumeister des Friedens, der gemeinsam mit Mitterrand an einem freien, starken und in demokratischen Werten vereinten Europa gearbeitet habe.

Wie Mitterand war auch die damalige britische Premierministerin Margret Thatcher 1989/90 zunächst höchst skeptisch gegenüber der Idee, die Bundesrepublik und die DDR zu einem gemeinsamen Staat zu vereinen - mit Blick auf deutsche Geschichte, aber auch mit Blick auf den Einfluss eines noch größeren Deutschlands in der Europäischen Gemeinschaft.

Thatchers spätere Nachfolgerin Theresa May würdigte Kohl nun als "einen Giganten der europäischen Geschichte" und "den Vater des modernen Deutschland".

Der Verlust eines Freundes

Persönlich betroffen zeigte sich EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Junker, zu Kohls Zeiten Premierminister Luxemburgs. Er nannte Kohl einen "persönlichen Freund". Er erinnerte daran, dass Kohl wegen seiner Verdienste um die europäische Zusammenarbeit einer von nur drei Ehrenbürger Europas gewesen sei, zusammen den Franzosen Jean Monnet und Jacques Delors. Das mache den Verlust umso größer - politisch wie menschlich. Vor den europäischen Institutionen wurden die Flaggen auf Halbmast gesetzt.

Arnim Stauth, ARD Brüssel, zu den Brüsseler Reaktionen
tagesschau 18:00 Uhr, 16.06.2017

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Italiens früherer Ministerpräsident Matteo Renzi bezeichnete Helmut Kohl als einen Giganten. Er sei einer der Väter des Europas der Völker gewesen. "Dies zu leugnen ist nicht nur ungerecht, es ist unmöglich", sagte Renzi.

Der letzte Gast aus dem Ausland: Victor Orban

Der letzte Staatsmann, den Kohl persönlich empfangen hatte, war der ungarische Ministerpräsident Victor Orban, der 2016 in Kohls Privathaus in Ludwigshafen-Oggersheim zu Gast war. Orban bezeichnete Kohl in einem Nachruf als herausragenden Staatsmann: "Möge Gott dem Freund Ungarns, dem großen Alten Helmut Kohl gnädig sein."

Kohl war gestern nach langer Krankheit im Alter von 87 Jahren in seinem Haus in Ludwigshafen gestorben. Wie die Spitzen der Bundespolitik auf sein Ableben reagierten, lesen Sie hier.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. Juni 2017 um 04:45 Uhr.

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