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10.02.2010

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Ausland
Teilnehmer des Weltwasserforums
Umweltschützer: Wasserforum "Treffen der Plattitüden"
Umweltschützer enttäuscht über Weltwasserforum

17,5 Millionen Euro für ein "Treffen der Plattitüden"

Das Abschlussdokument des Weltwasserforums enthält Appelle - mehr nicht. Entsprechend enttäuscht reagierten Umweltschützer. Sie hatten unter anderem ein Grundrecht auf Wasser gefordert. Doch dazu konnten sich die Vertreter aus mehr als hundert Ländern nicht durchringen.

Von Ulrich Pick, ARD-Hörfunkkorrespondent Istanbul

Zwar bezeichnet der gastgebende türkische Umweltminister Veysel Eroglu die 22 Punkte umfassende Abschlusserklärung des 5. Weltwasserforums als "wichtiges Dokument" für künftiges Handeln, doch die Umweltschützer wollen sich seiner optimistischen Sicht nicht anschließen. Sie sprechen von einem Treffen der Plattitüden und Unverbindlichkeiten. Denn der Appell, den Vertreter aus mehr als hundert Ländern am Ende der 17,5 Millionen Euro teuren Mammutveranstaltung am Bosporus unterzeichneten, habe nämlich nur empfehlenden Charakter und verpflichte niemanden.

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Ungleiche Wasserverteilung in der Welt

In der Tat wird im Abschlussdokument lediglich zu verstärkten Anstrengungen aufgerufen, um international gemeinsam gegen Überschwemmungen und Dürren vorzugehen und das kostbare Gut Wasser gerechter zu verteilen. Dabei ist die ungleiche Verteilung der raren Ressource schon jetzt eklatant, erklärt Beate Werner von der EU-Umweltagentur in Kopenhagen: Der Wasserverbrauch eines Stadtbürgers in Europa liege teilweise bei über 150 Liter pro Tag. Bei der UNO werde derzeit gerade verhandelt, "dass jeder Erdenbürger 50 Liter als Grundrecht zur Verfügung haben sollte", so Werner.

Reportage:

Eine Palme wächst in einem Wasser-Reservoir von Marokko. (Foto: Reuters)
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"Grundbedürfnis" aber kein "Grundrecht"

Doch ein Grundrecht auf Wasser gibt es auch nach diesem Wasserwasserforum nicht. Denn die Abschlusserklärung von Istanbul spricht - zur großen Enttäuschung zahlreicher Teilnehmer - lediglich von Wasser als einem "menschlichen Grundbedürfnis". Vor drei Jahren in Mexiko war die Forderung nach einem Grundrecht auf Wasser schon einmal gescheitert.

Auch Uschi Eid von Bündnis 90/Die Grünen, die als einzige Bundestagsabgeordnete in Istanbul war, hatte sich für diese Forderung stark gemacht. Sie unterstrich, dass ein Grundrecht auf Wasser mit dem Recht auf Meinungsfreiheit verknüpft sei. "Es ist schwierig, wenn man hier ein solches Forum hat und dann Leute, die eine Gegenmeinung zur Regierung ausdrücken wollen, von der Polizei verhaftet werden", so die Grünen-Politikerin. Das gehe nicht zusammen.

Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Politiker und Experten aus mehr als hundert Ländern nahmen am Weltwasserforum in Istanbul teil... ]
Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: ... einige Umweltgruppen blieben hingegen ausgeschlossen. Sie organisierten ein Alternatives Wasserforum.]
 

Türkische Umweltgruppen ausgeschlossen

Am Montag wurden mehrere Demonstranten des Landes verwiesen, als sie bei der offiziellen Eröffnungsveranstaltung Transparente entrollten, die sich gegen die Privatisierung von Wasser aussprachen, einem Vorhaben, mit dem zur Zeit die türkische Regierung liebäugelt. Da zudem zahlreichen türkischen Umweltorganisationen die Teilnahme am 27.000 Besucher  zählenden Forum verweigert wurden, veranstalteten mehrere hundert Vertreter internationaler Nicht-Regierungs-Gruppen ein alternatives Wasserforum, auf dem die weltweite Wasserpolitik kritisiert wurde.

Stand: 22.03.2009 17:37 Uhr
 

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