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Deutsche Touristinnen feiern den bevorstehenden Weltuntergang in Mexiko.

Apokalypse 2012 in Mexiko

"Der ganze Weltuntergang - ein einziger Betrug"

Der Weltuntergang hätte für die Mexikaner sein Gutes haben können, zumindest hatte die Regierung das gehofft. Sie wollte mit dem angeblichen Weltuntergang ein Geschäft machen und Touristen in die Maya-Gebiete locken. Doch der Tourismus-Boom blieb aus, und die Mexikaner sind genervt.

Von Johannes Metzler, ARD-Hörfunkstudio Mexiko-Stadt

Es ist Nacht in Cancún, an der Karibikküste von Mexiko - eine Party-Nacht. Im "Coco Bongo" blitzen Scheinwerfer, eine Frau tanzt fast nackt auf dem Tisch.

Nur ein paar Ausländer trinken Bier und schauen zu. Wenige Tage vor dem Ende der Welt ist es ruhig in Cancún, dem Ort mit den vielen Hochhäusern direkt am türkisfarbenen Meer.

Immerhin: Moses ist zum Feiern hier. Er kommt aus Kanada, trägt Jeans, ein rotes Basecap und grinst. Den Weltuntergang findet er cool: "Die Regierung stellt die Arbeit ein, elektronische Geräte fallen aus. Wunderbar! Die Welt kann sich mal erholen. Wenn sie wirklich untergeht, trinke ich in Mexiko Tequila. Ich trete ab mit einem Knall - und mir geht's gut."

Countdown zum Weltuntergang: Feiern, bis die Welt untergeht?
J. Metzler, ARD Mexiko-Stadt
19.12.2012 20:27 Uhr

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"Das gute Ende", aber nur Minischnäppchen

Ein Stückchen weiter steht Luciano Camal an einem kleinen Stand. Er verkauft Tagestouren, aber das Geschäft läuft mäßig. Dabei hatte die Regierung von Mexiko einen Tourismus-Boom versprochen.

Der ganze Weltuntergang sei ein einziger Betrug, auch im Supermarkt. "Die haben Werbung gemacht und die Aktion 'Das gute Ende' genannt: Die Welt geht unter, wir verkaufen alles billiger. Aber es waren Mini-Rabatte. Ein Produkt, das 6000 Pesos kostet, war auf 5999 Pesos runtergesetzt. Das sind doch lächerliche Angebote", sagt Luciano Camal.

Der Maya-Kalender und der Kommerz - die Ureinwohner von heute sind damit sehr unzufrieden. Don Valerio zum Beispiel. Ein Schamane mit grauem Haar und dunklem, gegerbtem Gesicht. Er trägt einen Anzug aus weißem Leinen, hat die Augen geschlossen und erhebt die Hände in Richtung Sonne.

Das Pflanzen eines Kapok-Baums ist ein uraltes Ritual der Maya. Der Kult um den angeblichen Weltuntergang sei dagegen albern. Und die Geschäfte damit auch. "Ich als Maya bitte die Behörden, dass sie nicht weiter auf der Würde dieser großen Kultur rumtrampeln", sagt der Schamane.

Besucher im Tulum Park in Mexiko, wo Überreste der Maya-Tempel zu sehen sind
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Ein paar Touristen sind doch gekommen, unter anderem, um im Tulum-Park in Mexiko Überreste der Maya-Tempel zu sehen.

Nur ein neuer Zyklus in der Zeitrechnung

Tatsächlich sind die Maya stark benachteiligt im modernen Mexiko. Viele leben in bitterer Armut, eine gute Schulbildung und Gesundheitsversorgung sind unerreichbar. Und nun wird auch noch der Maya-Kalender verdreht, meint Don Valerio. Für ihn beginnt am 21. Dezember einfach nur ein neuer Zeitabschnitt.

Der Schamane möchte das klarstellen und hat eine Botschaft für alle Menschen - in seiner Sprache. Auf Maya sagt er: "Brüder, habt keine Angst vor den Gerüchten, dass die Welt untergeht. Es stimmt nicht. Es beginnt nur ein neuer Zyklus in der Zeitrechnung der Maya."

Stand: 20.12.2012 01:06 Uhr

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