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21.11.2009

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Ausland
Proteste in London anlässlich des G20-Gipfels

Toter bei G20-Protesten: Polizei gerät unter Druck

Todesopfer bei Protesten gegen G20-Gipfel

Britische Polizei gerät durch Video unter Druck

Nach dem Tod eines 47-Jährigen am Rande der Proteste gegen den G20-Gipfel vergangene Woche in London gerät die britische Polizei unter Druck. Die britische Zeitung "The Guardian" veröffentlichte auf ihrer Website ein Amateurvideo, auf dem zu sehen ist, wie Sicherheitskräfte den Zeitungsverkäufer Ian T. in London gewaltsam zu Boden stoßen.

Auf dem Film wird gezeigt, wie T. mit den Händen in den Taschen vor einer Gruppe von Polizisten hergeht. Einer davon versetzt ihm einen Stoß, T. geht zu Boden. Mithilfe anderer Passanten steht der Mann wieder auf. Kurz darauf brach er tot zusammen, nach offiziellen Angaben erlag er einem Herzinfarkt.

Strafrechtliche Konsequenzen gefordert

Schlagstock-Einsatz vor der Bank of England (Foto: AP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Ein Polizist setzt bei den Protesten vor der Bank of England seinen Schlagstock ein. ]
Die britische Opposition forderte strafrechtliche Ermittlungen gegen die betroffenen Polizisten. "Das Video zeigt deutlich einen nicht provozierten Angriff eines Polizisten auf einen Passanten. Das ist widerlich", sagte David Howarth von der liberaldemokratischen Partei. Die Polizei-Aufsichtsbehörde IPCC kündigte eine Untersuchung des Videomaterials an. Dieses werde zusammen mit anderen Aussagen und Fotos des Vorfalls analysiert, sagte eine Sprecherin. Großbritanniens Innenministerin Jacqui Smith drängte die Behörde zur Eile. Eine anschließende strafrechtliche Untersuchung wollte sie nicht ausschließen.

Der Sohn des Toten erklärte, das Video werfe Fragen auf. Es zeige deutlich, dass es eine Auseinandersetzung gegeben habe. "Jetzt, wo wir es gesehen haben, wollen wir Antworten." Laut "Guardian" wurde T. auch von einem Polizisten mit einem Schlagstock an den Oberschenkel geschlagen. Das ist auf dem von einem Fondsmanager aus New York gedrehten Video aber nicht zu sehen.

Die Aufsichtsbehörde ordnete eine zweite Obduktion an. Dabei solle ein unabhängiger Gerichtsmediziner untersuchen, inwiefern es einen Zusammenhang zwischen der Attacke des Polizisten und T.s Herzinfarkt geben könne. Eine Sprecherin beklagte, dass sich noch nicht alle Beamten gemeldet hätten, die auf dem Video zu sehen seien.

Protestmarsch in London (Foto: AFP) Bilder: Weitere Meldungen Proteste zwischen Banken und Barrikaden Hohe Sicherheitsvorkehrungen zum G20-Gipfel in London [bilder]
Stand: 08.04.2009 18:59 Uhr
 

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