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Die Demonstrationen von Gipfelgegnern in der britischen Hauptstadt sind eskaliert. Randalierende Menschen belagerten dabei das Bankenviertel und gerieten heftig mit der Polizei aneinander. Mehrere Beamte und Demonstranten wurden verletzt.
[Bildunterschrift: Ein Polizist setzt bei den Protesten vor der Bank of England seinen Schlagstock ein. ]
Zunächst versuchten hunderte Protestierende, sich einen Weg in die Englische Notenbank zu bahnen. Anschließend stürmte eine Gruppe eine Filiale der Royal Bank of Scotland. Dort zerschlugen die Randalierer Fenster, warfen Gegenstände aus dem Gebäude und beschmierte die Wände. Ausgerüstet mit Schlagstöcken und Schutzschilden versuchte die Polizei, die Menge unter Kontrolle zu halten.
Insgesamt hatten sich nach offiziellen Angaben 4000 Demonstranten zu den lautstarken Protesten gegen Kapitalismus, Kriege und Umweltzerstörung zusammengefunden. Mit Sprüchen wie "Bestraft die Plünderer" und "Wir brauchen sauberen Kapitalismus" zogen sie zunächst zur Notenbank. Zahlreiche Straßen und Eingänge zu Bahnhöfen wurden gesperrt. "Stürmt die Bank" und "Schande über Euch", hieß es in Sprechchören. Die Protestierenden machten ihrem Unmut über das Finanzsystem Luft und prangerten Jobverluste an.
13 Menschen seien festgenommen worden, teilte Scotland Yard mit, der TV-Sender Sky News vermeldete 23 Festnahmen. Die Polizei ist mit rund 5000 Beamten im Einsatz. Banken und Geschäfte waren bereits an den Vortagen verbarrikadiert worden. Viele Mitarbeiter im Bankenviertel kamen heute ohne Anzug und Krawatte sondern in unauffälliger Kleidung zur Arbeit. Andere kamen aus Angst vor Übergriffen erst gar nicht ins Büro.
Die Royal Bank of Scotland, die im Zentrum der Wut der Demonstranten steht, hatte wegen der Finanzkrise einen Rekordverlust in der britischen Firmengeschichte verbucht und gleichzeitig ihrem ehemaligen Chef eine Riesenpension zugestanden.
Hinter den Protesten in der Londoner City steht die Anarchisten-Gruppe "G20 Meltdown". Trotz der Ausschreitungen protestierte ein Großteil der Menschen friedlich. Unabhängig davon startete auch eine weitere Demonstration von Kriegs-Gegnern vor der US-Botschaft.
Morgen, am eigentlichen Gipfeltag, sind mehrere Demonstrationen um den Tagungsort in den Londoner Docklands geplant. Dann kommen die 20 Staats- und Regierungschef der wichtigsten Industrienationen zu Beratungen über die Weltwirtschaftskrise zusammen.
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