Afghanische Bauern ernten Rohopium. | Bildquelle: AP

Weltdrogenbericht veröffentlicht UN besorgt wegen Mohn-Anbaurekord

Stand: 26.06.2015 11:30 Uhr

Auf Hunderttausenden Hektar bauen afghanische Bauern Mohn zur Produktion von Opium und Heroin an - die Fläche ist laut Vereinten Nationen so groß wie nie. In ihrem diesjährigen Weltdrogenbericht sehen sie darin auch international eine Herausforderung.

Der Anbau von Mohn zur Produktion von Opium und Heroin hat laut Vereinten Nationen ein beispielloses Ausmaß erreicht. In Afghanistan, Laos und Myanmar werde der Mohn inzwischen auf fast 350.000 Hektar angebaut, schreiben sie im Weltdrogenbericht.

Dabei bleibt Afghanistan mit 224.000 Hektar die bei weitem wichtigste Opiumquelle weltweit. Der Anbaurekord bei Mohn in Afghanistan sei eine enorme Herausforderung für das Land und die internationale Gemeinschaft, heißt es in dem Bericht. Afghanistan produziert rund 80 Prozent des Rohopiums weltweit, das der Grundstoff für Heroin ist.

Zahl der Konsumenten stabil

Weltweit ist die Zahl der Drogenkonsumenten laut dem Bericht etwa gleichgeblieben. Im vergangenen Jahr hätten rund 246 Millionen Menschen illegale Drogen genommen. Abhängig oder durch die Drogen krank seien etwa 27 Millionen Menschen.

Bei der Verteilung der Drogen spiele Afrika als Transitland eine immer wichtigere Rolle. Schmuggler brächten die Ware auf kleinen Schiffen nach Ostafrika. Die Behörden hätten 2014 in Booten auf dem Indischen Ozean 2200 Kilo Heroin sichergestellt.

Skepsis gegenüber Cannabis-Legalisierung

Die Experten der UN zeigen sich darüber hinaus skeptisch, was die Legalisierung von Cannabis angeht. Es gebe auf dem Markt eine Vielzahl von Cannabis-Produkten, von denen einige schädlicher erschienen als ihre Vorgänger.

Neben dem Kampf gegen illegale Drogen gehen die UN-Experten auch auf Tabak und Alkohol ein. Wer früh mit Rauchen und Alkohol beginne, neige eher zum Cannabis-Konsum. "Die Vermeidung von Alkohol und Tabak ist relevant für die Vorbeugung gegen Drogen." Als sehr wirksam hätten sich höhere Preise herausgestellt. Schon eine Preiserhöhung von zehn Prozent für Zigaretten und Alkohol habe nach bisherigen Erkenntnissen einen spürbaren Rückgang beim Konsum zur Folge.

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