Japans Ministerpräsident Shinzo Abe

Nach Abes Wahlsieg Härtere Bandagen gegen Nordkorea

Stand: 23.10.2017 11:59 Uhr

Nach seinem deutlichen Wahlsieg in Japan hat Shinzo Abe eine schärfere Gangart gegenüber Nordkorea angekündigt. Der Ministerpräsident will dem Raketenprogramm aus Pjöngjang mit "starker, entschlossener Diplomatie" entgegentreten.

Es war ein gutes Wochenende für Shinzo Abe. Der Ministerpräsident von Japan triumphierte bei der Unterhauswahl am Sonntag und sicherte seiner Regierungskoalition eine Zwei-Drittel-Mehrheit. Direkt im Anschluss kündigte Abe eine härtere Vorgehensweise gegen Nordkorea an.

Er will nun laut eigener Aussage mit "starker, entschlossener Diplomatie" dem Raketen- und Atomprogramm aus Pjöngjang entgegentreten. Er sei entschlossen, "das Leben der Menschen und das Leben in Frieden zu sichern", so der Ministerpräsident weiter.

Eng an der Seite der USA

Dafür muss Unterstützung her. Zunächst will Abe nun mit US-Präsident Donald Trump die enge Zusammenarbeit von Japan und den USA bestätigen. Trump ist im November zu Gast in Japan. Außerdem wolle er anschließend mit China und Russland über die Lage in Asien beraten, kündigte Abe an.

Seine harte Haltung gegenüber dem Nachbarn im Westen ist laut Beobachtern auch ein Grund für seinen deutlichen Wahlsieg. Die Nordkoreaner hatten zuletzt zwei Testraketen über Japan abgefeuert und damit in Japan viele Befürchtungen ausgelöst.

Mehrheit für Regierungschef Abe
tagesschau 12:00 Uhr, 23.10.2017, Ulrich Mendgen, ARD Tokio

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Abe plant Verfassungsänderung

Der Wahlsieg im Unterhaus macht darüber hinaus Abes Wiederwahl als Regierungschef im kommenden Jahr wahrscheinlicher: Sie erhöht die Chance seiner erneuten Wahl zum Chef der Regierungspartei LDP erhöht. Abes großes Ziel ist eine Verfassungsänderung in Japan: An der Seite der USA will der Ministerpräsident die Rolle des Militärs stärken und mehr Spielraum für die Streitkräfte erwirken.

Die Nachkriegsverfassung von Japan verpflichtet das Land eigentlich zum Pazifismus. Für die Änderung der Verfassung benötigt Abe Zwei-Drittel-Mehrheiten in beiden Parlamentskammern sowie ein positives Referendum.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 23. Oktober 2017 um 11:00 Uhr.

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