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Welt-Aids-Konferenz in Washington

Clinton hält Sieg über Aids für möglich

US-Außenministerin Hillary Clinton spricht bei der Welt-Aids-Konferenz.
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Clinton: "Wir sind schon so weit gekommen."

US-Außenministerin Hillary Clinton hat bei der Welt-Aids-Konferenz zu neuen Anstrengungen im Kampf gegen die Krankheit aufgerufen. "Das ist ein Kampf, den wir gewinnen können. Wir sind schon so weit gekommen", sagte sie auf der weltgrößten Konferenz zum Thema Aids, die zum ersten Mal seit mehr als 20 Jahren in den USA stattfindet. "Wir wollen das Ziel einer Aids-freien Generation erreichen."

USA versprechen Investitionen

Sie kündigte zusätzliche millionenschwere Investitionen der USA in die weltweite Forschung, Behandlung und Prävention an. "Die USA sind dem Ziel einer Aids-freien Generation verschrieben und sie werden es bleiben. Wir werden nicht nachlassen." Eine Sprecherin der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen begrüßte die Ankündigung der Ministerin. Sie kritisierte aber, dass die USA die Produktion und Verteilung generischer HIV-Medikamente immer noch nicht genug unterstützten.

Clinton auf Welt-Aids-Konferenz
M. Ganslmeier, WDR Washington
23.07.2012 19:42 Uhr

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"Diese Lücke tötet Menschen"

Im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit sprachen Forscher in Washington von einem möglichen Wendepunkt. Die Erfolge könnten aber durch Finanzkrise und Mittelkürzungen gefährdet werden. Ärzte und Wissenschaftler appellierten an die Regierungen in aller Welt, keinesfalls in ihrem - auch finanziellen - Engagement nachzulassen. In den am härtesten vom HI-Virus heimgesuchten Entwicklungsländern hätten im vergangenen Jahr sieben Milliarden Dollar für Aids-Medikamente gefehlt, sagte UNAIDS-Chef Michel Sidibe. "Diese Lücke tötet Menschen."

Auf ein Heilmittel oder einen Impfstoff gegen die Immunschwächekrankheit wartet die Welt zwar immer noch. Aber Wissenschaftler setzen nach eigenen Angaben auf Methoden, mit denen die Ausbreitung des hartnäckigen HI-Virus unterbunden werden soll. So ruhen die Hoffnungen auf Medikamenten, die Patienten nicht nur das Leben retten, sondern sie weniger ansteckend machen sollen. Zudem steht inzwischen für Gesunde mit infiziertem Partner ein Mittel bereit, das ihr Ansteckungsrisiko senken kann.

1,5 Millionen HIV-infizierte Mütter

Der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria veröffentlichte neue Zahlen, nach denen die Organisation im Juni 2012 rund 3,6 Millionen HIV-Infizierte mit Medikamenten versorgte - etwa 600.000 mehr als Ende 2010. Die Zahl der HIV-infizierten Mütter, deren Medikamente der Fonds finanziell unterstützt, stieg auf 1,5 Millionen.

Frankreichs Präsident François Hollande forderte die internationale Gemeinschaft per Videobotschaft zu mehr Zusammenhalt auf. "Die Solidarität zwischen den Ländern steht auf dem Spiel. Wir brauchen das Engagement der reichsten Länder zur Unterstützung der ärmsten." Microsoft-Gründer Bill Gates bremste den von vielen Forschern, Politikern und den Organisatoren der Aids-Konferenz demonstrierten Optimismus. "Wir brauchen viel mehr Instrumente im Kampf gegen Aids. Nur damit - und letzten Endes mit einem Impfstoff - können wir über ein Ende der Epidemie sprechen. Niemand sollte denken, dass wir diese Instrumente jetzt schon haben, aber wir werden dahin kommen."

Aids - Der Stand der Dinge

Weltweit sind rund 34 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert. Etwa 30 Millionen sind bisher an Aids gestorben, allein im vergangenen Jahr waren es 1,5 Millionen . Etwa 90 Prozent aller HIV-Infizierten leben in Entwicklungs- und Schwellenländern. Heilen, also das HI-Virus aus dem Körper bekommen, ist weiterhin unmöglich, auch wenn Impfstoffe nach Expertenmeinungen nicht mehr ausgeschlossen sind. Derzeit gibt es über 20 Medikamente gegen die Vermehrung des HIV.  Moderne Kombinationstherapien können das Leben von Betroffenen verlängern und die Lebensqualität verbessern. Die Medikamente müssen dauerhaft eingenommen werden, um das Ausbrechen lebensbedrohlicher Erkrankungen zu verhindern.

Experten sind optimistisch, dass sich die Zahl der Neuinfektionen absehbar auf Null bringen lässt. Vergangenes Jahr hatten acht Millionen Infizierte in ärmeren Ländern Zugang zu Therapien - so viele wie nie zuvor. Die Infektionsrate bei Kindern geht zurück: 2011 infizierten sich 330.000 Kinder unter 15 Jahren - rund ein Viertel weniger als 2009. Auch die Behandlung mit Aids-Präventionsmedikamenten lässt einige Experten hoffen: Erst jüngst wurde in den USA "Truvada" zugelassen. Sorgen wiederum bereiten Studien über zunehmende Resistenzen gegen HIV-Medikamente und steigende Infektionszahlen in Teilen Zentralasiens, Osteuropas, des Mittleren Ostens und Nordafrikas.

Stand: 23.07.2012 20:44 Uhr

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