Harvey Weinstein | Bildquelle: AP

US-Filmproduzent Weinstein verklagt seine Ex-Firma

Stand: 27.10.2017 11:39 Uhr

In der Hoffnung auf entlastendes Material verklagt US-Produzent Weinstein seine ehemalige Firma: Der mit den Vorwürfen sexueller Belästigung konfrontierte Weinstein fordert die Herausgabe von E-Mails und Dokumenten - um sich gegen Klagen wehren zu können.

Der mit zahlreichen Belästigungs- und Vergewaltigungsvorwürfen konfrontierte US-Filmproduzent Harvey Weinstein klagt gegen sein Ex-Unternehmen Weinstein Company. Weinstein fordert Zugang zu seiner Personalakte und seinem E-Mail-Konto. Nach Angaben seiner Anwälte benötige er diesen Zugang, um feststellen zu können, ob sich darin Informationen befinden, die ihn und die Firma entlasten.

Dominique Huett | Bildquelle: AP
galerie

Dominique Huett fordert von der Weinstein Company fünf Millionen Dollar Entschädigung.

"Mister Weinstein glaubt, dass sein E-Mail-Konto Informationen enthält, die ihn und damit auch die Firma mit Blick auf mögliche Forderungen entlasten", heißt es in der Klageschrift. Weinstein sei darüber hinaus in der Lage, "Einblicke zu geben und seine E-Mails zu erklären und in den größeren Kontext zu stellen".

Fünf-Millionen-Dollar-Klage

Angesichts einer in dieser Woche eingereichten Klage der Schauspielerin Dominique Huett gegen die Weinstein Company, in der sie fünf Millionen Dollar Entschädigung fordert, sei es notwendig, dass Weinstein Zugang zu den Dokumenten erhalte, um der Firma "ungerechtfertigte Vergleiche oder Verurteilungen" zu ersparen.

Der lange einflussreiche Hollywood-Produzent Weinstein soll über drei Jahrzehnte hinweg Frauen sexuell belästigt haben. Dutzende Frauen haben sich mit entsprechenden Vorwürfen gemeldet, unter anderen die Schauspielerinnen Gwyneth Paltrow und Angelina Jolie. Mindestens sechs Frauen werfen Weinstein vor, er habe sie vergewaltigt. In New York und Großbritannien wurden bereits Ermittlungen wegen der Vorwürfe eingeleitet. Weitere Klagen sind zu erwarten.

Vorwürfe gegen Regisseur Toback

James Toback | Bildquelle: AFP
galerie

Vorwürfe wegen sexueller Belästigung gibt es auch gegen Regisseur und Drehbuchautor James Toback.

Unterdessen ziehen die Vorwürfe der sexuellen Belästigung in Hollywood immer weitere Kreise. Neben Weinstein steht nun auch Regisseur und Drehbuchautor James Toback im Fokus: Die Schauspielerinnen Selma Blair und Rachel McAdams beschuldigten ihn in der Zeitschrift "Vanity Fair", sich übergriffig verhalten zu haben, als die Frauen jeweils am Anfang ihrer Karriere standen.

Mehr als 200 Frauen werfen Toback bereits sexuelle Belästigung vor. Die Anschuldigungen Blairs und McAdams wies er gegenüber "Vanity Fair" zurück.

Über dieses Thema berichtete die ARD am 27. Oktober 2017 in der um 17:15 Uhr beginnenden Sendung "Brisant" ab 17:45 Uhr.

Darstellung: