Harvey Weinstein | Bildquelle: REUTERS

Vorwurf sexuellen Missbrauchs Weinstein stellt sich den Behörden

Stand: 25.05.2018 13:57 Uhr

Monatelang war er abgetaucht. Nun hat sich der einstige Medienmogul Weinstein den Behörden gestellt. Der Schritt war erwartet worden, nachdem gestern bekannt wurde, dass er angeklagt werden sollte.

Der US-Filmproduzent Harvey Weinstein hat sich wegen mutmaßlicher sexueller Übergriffe den Behörden in New York gestellt. Die Staatsanwaltschaft in Manhattan werde Anklage erheben, hieß es. Seit Monaten laufen Ermittlungen gegen Weinstein nach Vorwürfen mehrerer Frauen wegen sexuellen Missbrauchs.

Weinstein erschien am Morgen (Ortszeit) in Begleitung seiner Anwälte auf dem Polizeirevier in Manhattan - beobachtet von zahlreichen Kamerateams, Fotografen und Schaulustigen. US-Berichten zufolge soll er zunächst von der Polizei verhaftet werden. Daraufhin werde er einem Richter zur offiziellen Verlesung der Anklage vorgeführt. Seine Kautionsbedingungen seien schon vorab festgelegt worden. Demnach werde er eine Million Dollar hinterlegen und sich verpflichten, ein Überwachungsgerät wie etwa eine Fußfessel zu tragen. Seine Reise- und Bewegungsfreiheit werde eingeschränkt. Seinen Pass müsse er abgeben.

Betroffene Schauspielerinnen erleichtert

Mehrere Schauspielerinnen, die Weinstein in den letzten Monaten sexuelle Übergriffe vorgeworfen haben, kommentierten die Nachricht von der anstehenden Verhaftung mit Erleichterung und Freude. "Heute sind wir der Gerechtigkeit einen Schritt näher gekommen", schrieb die Schauspielerin Rose McGowan auf Instagram. Sie und andere Weinstein-Opfer hätten schon daran gezweifelt, dass er vor Gericht zur Rechenschaft gezogen werde. McGowan war im vorigen Herbst eine der ersten Frauen, die Weinstein Vergewaltigung und sexuelle Übergriffe vorwarfen.

Ermittlungen ausgeweitet

Nach Informationen der Zeitung "New York Daily News" könnte Weinstein wegen Übergriffen gegen die frühere Schauspielerin Lucia Evans belangt werden. Sie hatte im Interview mit dem Magazin "The New Yorker" erklärt, der Produzent habe sie 2004 bei einem Arbeitstreffen in seinem Büro zum Oralsex gezwungen.

Gestern war bekannt geworden, dass die Ermittlungen gegen Weinstein in den USA auf Bundesebene ausgeweitet wurden. Die Ermittler wollen unter anderem herausfinden, ob der 66-Jährige etwa Frauen dazu gebracht habe, über Staatsgrenzen hinweg zu reisen, um sie belästigen zu können. Laut "New York Times" wird auch untersucht, ob Weinstein gegen das Anti-Stalking-Gesetz verstoßen habe, etwa um Opfer einzuschüchtern.

Weinstein weist Vorwürfe zurück

Der einst einflussreiche Filmproduzent hat Fehlverhalten eingeräumt, bisher aber Vorwürfe von nicht-einvernehmlichem Sex zurückgewiesen. Die von ihm gegründete Filmfirma hatte Weinstein nach Bekanntwerden der Vorwürfe im Oktober 2017 entlassen. Seine Frau hat sich inzwischen von ihm getrennt.

Weinstein stellt sich der Polizei - Kaution ausgehandelt
Georg Schwarte, ARD New York
25.05.2018 14:34 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. Mai 2018 um 14:00 Uhr.

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