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Die Weltbevölkerung wächst rasant, und immer mehr Menschen ziehen in die großen Städte. Deren Leitungssysteme sind nicht darauf ausgelegt, Millionen Menschen mit Wasser zu versorgen. Auf der Internationalen Wasserwoche in Stockholm debattieren deshalb Experten über mögliche Lösungen.
Von Werner Eckert, SWR-Umweltredaktion
Die Welt wächst fast ausschließlich in den Städten. In den großen Ballungszentren nimmt die Bevölkerungszahl unaufhörlich zu, in den ländlichen Räume nicht. Im Jahr 2050 werden deshalb zwei Drittel der Menschen in Städten leben. Das schafft enorme Trink- und Abwasserprobleme.
Wenn die Menschen in einer Zehn-Millionen-Megacity so viel Wasser verbrauchen wie der Durchschnittsdeutsche, dann sind das 1,2 Milliarden Liter täglich - ein Wasserwürfel von 100 mal 100 Metern und 120 Meter Höhe. Dieses Wasser muss aus sauberen Quellen irgendwie rein in die Stadt und - möglichst gereinigt - wieder raus.
[Bildunterschrift: Beispiel Karatschi: Die pakistanische Stadt leidet unter Energiemangel und Wasserknappheit. ]
Wenn diese Entwicklung ungebremst weitergeht, dürften viele Verdichtungsregionen vor erheblichen Schwierigkeiten stehen. Eine Studie der amerikanischen Umweltorganisation Nature Conservancy hat gerade eine "Hitliste" der Städte mit den größten Problemen aufgestellt. Mexiko-Stadt und Caracas in Amerika; Peking, Neu Delhi, Mumbai in Asien und Abijan und Johannesburg in Afrika stehen ganz oben. Ihnen drohen bis 2050 mehrere Monate im Jahr ernsthafte Probleme.
Durst wird aber - wie Hunger - auch dort vor allem ein Problem der Armen sein. Deshalb sind nicht nur Leitungen erforderlich, sondern auch wirtschaftliche Systeme, die Verschwendung auf der einen Seite und Mangel auf der anderen verhindern.
Wasser stellt zugleich eine Bedrohung für die wachsenden Stadtgeflechte dar. Viele der größten liegen in der Nähe von Flüssen oder größeren Gewässern und sind durch den Klimawandel zunehmend stärkeren Risiken ausgesetzt. Und sie sorgen selbst für mehr Fluten, weil zum Beispiel das Wasser von Dächern und Parkplätzen direkt in die Kanäle eingeleitet wird und nicht mehr versickern kann.
Das sind die Probleme, auf die die Wasserwoche aufmerksam machen will. Seit 20 Jahren veranstaltet das Stockholm International Water Institute diese Konferenz. Sie kann keine politischen Beschlüsse fassen, hat sich aber zum bedeutendsten internationalen Forum für Wasserprobleme entwickelt.
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