Demonstration in Warschau

"Liebe ist keine Sünde"

Stand: 03.06.2017 21:49 Uhr

Tausende Menschen sind in Warschau auf die Straße gegangen, um für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender zu demonstrieren. Anders als in den meisten restlichen EU-Staaten ist der Status homosexueller Paare in Polen nicht gesetzlich geregelt.

In der polnischen Hauptstadt Warschau haben Tausende Menschen für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender demonstriert. "Liebe ist keine Sünde", war auf den Plakaten der überwiegend jungen Demonstranten lesen, die durch die Hauptstadt des katholisch geprägten Landes zogen.

Die "Gleichheitsparade" richtete sich auch gegen die Diskriminierung ethnischer und religiöser Minderheiten. Die Veranstalter schätzten die Zahl der Teilnehmer auf 50 000. Nach Angaben der Polizei nahmen etwa 13.000 Menschen teil.

Polen gehört zu den wenigen verbleibenden EU-Ländern, in denen die Situation gleichgeschlechtlicher Paare nicht gesetzlich geregelt ist, wie Aktivisten kritisieren. Die polnische Organisation "Kampagne gegen Homophobie" (KPH) fordert die nationalkonservative Regierung außerdem auf, LGBT-Menschen mit Gesetzen vor aus Hass und Homophobie motivierten Verbrechen zu schützen.

Die englische Abkürzung LGBT steht für "Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender", also lesbische, schwule, bi- und transsexuelle Menschen. Polen landete im diesjährigen, sogenannten Regenbogen-Report der Organisation ILGA Europe EU-weit auf dem drittletzten Platz. Die rechtliche Situation war innerhalb der EU demnach nur in Litauen und Lettland schlechter.