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Waldbrände in Italien

Klar zum Abwurf: Löschpiloten im Dauereinsatz

Inzwischen ist die Situation fast so schlimm wie im Katastrophenjahr 2007. Mehr als 150 Waldbrände lodern in ganz Süditalien. Betroffen sind aber auch Sizilien, Sardinien sowie die nördlicheren Regionen Toskana und Latium. Alle Löschhubschrauber der italienischen Forstpolizei sind im Dauereinsatz. Am Wochenende soll die Hitzewelle etwas nachlassen. Wegen der Trockenheit dürfte die kritische Lage aber weiter andauern.

Von Stefan Troendle, ARD-Hörfunkstudio Rom

Es ist schon später Nachmittag, als Antonio di Lizia die Turbinen seines Löschhubschraubers startet. Noch ein Einsatz, kurz vor Feierabend. Bis zum Sonnenuntergang ist es nicht mehr lange hin. In Artena südlich von Rom brennt eine große Fläche Buschland, der Brand weitet sich aus und droht, auf einen Wald überzugreifen.

"In der Gegend gibt es schon seit einigen Tagen mehrere Brandherde", erklärt der Pilot des Corpo Forestale, der italienischen Forstpolizei. Das hier ist ein Feuer, das schon mal gelöscht wurde und das der Wind wieder neu entfacht hat."

Letzte Vorbereitungen vor dem Einsatz: Der 800-Liter-Löschkorb muss natürlich auch mit.
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Letzte Vorbereitungen vor dem Einsatz: Der 800-Liter-Löschkorb muss natürlich auch mit.

Heiß und trocken war dieser Sommer in Italien - daher haben die Löschmannschaften mehr zu tun denn je.
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Heiß und trocken war dieser Sommer in Italien - daher haben die Löschmannschaften mehr zu tun denn je.

Zwei Piloten, zwei Helfer und 800 Liter Wasser

Zwanzig Minuten braucht der Hubschrauber vom Flughafen Urbe, quer über Italiens Hauptstadt in Richtung Albaner Berge. Schon von weitem ist der Brand zu sehen. "Das brennt noch ganz schön", sagt di Lizia über Bordfunk zu seinen Kollegen. Außer ihm und seinem Copiloten sind auch zwei Flughelfer an Bord - und natürlich das Wichtigste: der faltbare Löschkorb. 800 Liter fasst der Eimer, den die Techniker bei einer Zwischenlandung in der Nähe des Feuers mit Drahtseilen am Lastenlaken des Hubschraubers montieren.

Luftige Brandbekämpfung in der Nähe Roms
24.08.2012, Stefan Troendle, ARD Rom

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Das Tanken ist das Gefährlichste am ganzen Manöver

Zum Löschen fehlt jetzt nur noch eines: Wasser. Flüsse und Seen gibt es in der näheren Umgebung nicht, daher hat der Zivilschutz ein mobiles Wasserbecken aufgebaut und gefüllt. Das muss der Pilot aber erst mal treffen - direkte Sicht nach unten hat er nämlich nicht. Daher erfolgt die Einweisung per Funk. Das Problem bei dieser improvisierten Lösung: Das Becken ist zu flach. Der Pilot muss also versuchen, den Behälter durch Ruckeln am Seil vollzuschöpfen. Ganz ungefährlich ist das nicht.

Fliegen mit schweren Lasten am Haken in niedriger Höhe ist immer riskant, aber manchmal geht es nicht anders, sagt Antonios Pilotenkollege Franco Poggianti: "Im Notfall machen wir den Behälter eben nur halbvoll, wenn zum Beispiel ein Bach nicht tief genug ist. Heute machen wir das zwar kaum noch, aber früher haben wir uns sogar bei privaten Schwimmbecken bedient", gesteht Poggianti. In einigen Gegenden habe es sonst kein Wasser gegeben. Und beschwert hätte sich auch nie jemand, da ja die Häuser in der Umgebung in Gefahr waren.

Waldbrände: Klar zum Abwurf - Löschpiloten im Einsatz
S. Troendle, ARD Rom
25.08.2012 14:19 Uhr

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Nach 19 Anflügen sind die Flammen gelöscht

Zwei Piloten, zwei Helfer und 800 Liter Wasser.
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Etwas mehr als eine Stunde brauchen die Piloten - dann ist der Brand gelöscht.

Der größte Vorteil der Hubschrauber ist: Sie kommen näher dran als die Canadair-Löschflugzeuge, weil sie keinen See zum Tanken brauchen und in fast jeder Pfütze Wasser schöpfen können. 19 Anflüge benötigt Pilot di Lizia. Er fliegt so lange, bis der Sprit knapp wird.

Eineinviertel Stunden hat der Einsatz gedauert, aber er hat sich gelohnt: "Ja, das Feuer ist aus", sagt di Lizia. "Jetzt ist die Bodenmannschaft dran. Die muss alles untersuchen und noch einzelne Brandnester löschen."

Es sei doch ziemlich viel los in diesem Jahr, meint di Lizia. Rund 5500 Waldbrände gab es seit Januar, im Verhältnis zum Vorjahr ein Anstieg von 80 Prozent. Und so lange es in Italien so heiß und trocken bleibt, haben er und seine Kollegen auch weiter alle Hände voll zu tun.

Stand: 25.08.2012 14:58 Uhr

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