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Brände in Südeuropa
Wälder zerstört, Menschen auf der Flucht
Schwere Waldbrände wüten in mehreren Urlaubsregionen Südeuropas. Auf den spanischen Inseln Mallorca, Teneriffa und La Palma sowie auf Sardinien, in Portugal und Montenegro haben die Brände zusammen bereits mehrere tausend Hektar Wald- und Buschland vernichtet.
Hohe Temperaturen - oft über 35 Grad - und starker Wind erschweren die Löscharbeiten.
Auf Teneriffa verschlang ein Brand in der Nähe des Naturparks um den Vulkan Teide bereits eine 3000 Hektar große Fläche, wie ein Feuerwehr-Sprecher mitteilte. Rund 800 Feuerwehrleute versuchen weiter zu verhindern, dass der Brand auf das Gebiet des Naturparks selbst übergreift.
UNESCO-Welterbe auf Teneriffa bedroht
Der 19.000 Hektar große Park umfasst den 3718 Meter hohen Teide und die angrenzenden Gebiete und gehört seit 2007 zum UNESCO-Welterbe. Er wurde inzwischen für Besucher geschlossen. Die Feuerwehr musste gleich an zwei Fronten kämpfen: Zum einen wollte sie bewohnte Gebiete schützen, zum anderen verhindern, dass sich die Flammen in nahegelegene Schluchten ausbreiteten, wo sie kaum noch zu beherrschen sind.
Auf La Palma standen 500 Hektar Wald in Brand. 200 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Rund 300 Feuerwehrleute waren im Einsatz.
Auf Mallorca zerstörten zwei Feuer eine Fläche von 70 Hektar Wald. Einer der Brände, die seit Montagnachmittag im Westen der Baleareninsel lodern, ist inzwischen wieder unter Kontrolle. Der andere wütet weiter, wie das Naturinstitut der Balearen mitteilte. Bei den Löscharbeiten in einem Wald nahe der Gemeinde Son Caliu seien mehr als zwei Dutzend Feuerleute, vier Flugzeuge und zwei Hubschrauber im Einsatz.
Brände in Italien
Nach einem Großfeuer im Norden der italienischen Mittelmeerinsel Sardinien brannte es dann auch im Pollino-Nationalpark im Süden Italiens. Die Flammen vernichteten dort in kürzester Zeit mehr als 600 Hektar Wald- und Buschland. In dem Gebiet, das in den Regionen Basilikata und Kalabrien liegt, gingen im Juli 2007 mehr als 6000 Hektar in Flammen auf. Am Sonntag hatte ein vom Mistralwind getriebenes Feuer bei San Teodoro im sardischen Nordosten 700 bis 800 Hektar Wald und Buschwerk zerstört.
Der Chef des Nationalparks, Domenico Pappaterra, rief das Umweltministerium und den italienischen Zivilschutz zu höchster Aufmerksamkeit auf. Es gehe darum, eine Welle von Bränden in diversen Nationalparks Italiens wie vor fünf Jahren zu verhindern. Hinter den Feuern im Pollino-Park wurden Machenschaften der organisierten Kriminalität vermutet.
In Montenegro müssen Touristen Hotels verlassen
In Montenegro lodern gleich mehrere Waldbrände. Touristen mussten einen Hotelkomplex verlassen. Die Urlauber wurden zum Strand der kleinen Adria-Küstenstadt Sutomore geführt, wie die Nachrichtenagentur Beta berichtete. Die Feuerwehr habe die Flammen, die mehrere Häuser bedrohten, aber rechtzeitig eindämmen können. Das Land leidet seit Wochen unter extremer Hitze.
Auch in Portugal halten mehrere Brände die Feuerwehr in Atem. Die drei schlimmsten Brände im Norden und in der Gemeinde Póvoa de Santa Iria 30 Kilometer nördlich der Hauptstadt seien inzwischen aber weitgehend unter Kontrolle, teilte der nationale Zivilschutz mit.
Stand: 17.07.2012 17:26 Uhr
