Waldbrände in Griechenland  | Bildquelle: dpa

Weitere Opfer befürchtet Dutzende Tote bei Waldbränden nahe Athen

Stand: 24.07.2018 10:54 Uhr

Die verheerenden Waldbrände bei Athen haben mindestens 50 Menschen das Leben gekostet. Mehr als 3000 Feuerwehrleute sind im Einsatz. Die griechische Regierung hat die EU um Hilfe gebeten.

Es sind die verheerendsten Waldbrände seit mehr als zehn Jahren: Nach Regierungsangaben haben sie bereits mindestens 50 Menschen das Leben gekostet. Die griechische Küstenwache und die Kriegsmarine suchten im Meer und entlang der Küsten nach Menschen, die im Wasser Rettung vor den Flammen gesucht hatten, sagte der Regierungssprecher.

Ein Helfer des Roten Kreuzes sagte, im Hof einer Villa in Mati nordöstlich von Athen seien 26 verkohlte Leichen gefunden worden. Dies bestätigte auch der Vizebürgermeister der Region, Girgos Kokkolis.

Die Zahl der Verletzten ist laut Regierung auf 172 gestiegen, darunter 16 Kinder. Elf Menschen schwebten in Lebensgefahr. Der Badeort Mati und die Hafenstadt Rafina in der Nähe von Athen sind von den Bränden besonders betroffen. In der Region wurde der Notstand ausgerufen. Die Gegend ist von abgebrannten Autos, verkohlten Landwirtschaftsbetrieben und Wäldern gezeichnet. Nach Angaben der Athener Feurwehr sind mehr als 3000 Feuerwehrleute im Einsatz.

Fischer brachten mehr als 700 Menschen in Sicherheit

Fischer, die Küstenwache und Urlauber mit Schlauchbooten brachten mehr als 700 Menschen in Sicherheit, die an Stränden und felsigen Küstenabschnitten Zuflucht vor den Flammen gesucht hatten. Tausende Menschen übernachteten im Freien, in Autos und Sporthallen, wie das Staatsfernsehen berichtete.

Der erste Brand war in einem Pinienwald nahe der Ortschaft Kineta auf halbem Weg zwischen Athen und Korinth ausgebrochen. Die Feuerwehr versuchte mit Löschflugzeugen und Dutzenden Einsatzfahrzeugen, die Flammen unter Kontrolle zu bringen, was zunächst aber nicht gelang.

Über der griechischen Hauptstadt verfärbte sich der Himmel durch den Rauch orange. Später fiel Asche vom Himmel. Die Autobahn und die Bahnverbindung zwischen Athen und Korinth wurden geschlossen.

Mindestens 50 Tote bei Waldbränden in Griechenland
tagesschau 15:00 Uhr, 24.07.2018, Ellen Trapp, ARD Rom

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Premier Tsipras bricht Auslandsreise ab

Zwar hatten die Behörden durch die Hitze der vergangenen Tage mit Waldbränden gerechnet, die Heftigkeit des Brandes überraschte sie dennoch. Zurzeit liegen die Temperaturen in Griechenland bei um die 40 Grad. Zudem wehen in der betroffenen Region Winde der Stärke sieben. "Es hat die Leute überrascht, es ist alles so schnell passiert. Die Feuer brachen außerdem an so vielen Fronten aus. Diese ganzen Faktoren haben die Situation extrem schwierig gemacht", sagte der Notfalldienstleiter Miltiadis Mylonas.

"Es ist das sogenannte schlimmste Szenario eingetreten", sagte der Chef des griechischen Zivilschutzes, Giannis Kapakis, im Fernsehen. Inzwischen hat Griechenland die Europäische Union um Hilfe gebeten. Zypern will demnach Feuerwehrleute bereitstellen, Spanien Löschflugzeuge schicken.

Regierungschef Alexis Tsipras brach einen Besuch in Bosnien-Herzegowina ab und ordnete an, dass auch andere Feuerwehren und weiteres Militär in die Waldbrandgebiete geschickt werden. "Meine Gedanken sind bei den Menschen und den Einsatzkräften", sagte er im griechischen Fernsehen. Er äußerte den Verdacht, dass Brandstifter hinter den Feuern stecken könnten. "Es ist eine schwere Nacht für Griechenland", sagte er.

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