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Reaktionen auf Trump-Sieg "Ein schwerer Schock"

Stand: 09.11.2016 10:27 Uhr

Präsident Trump im Weißen Haus - was heißt das für Europa, für Deutschland? Von einem "schweren Schock" sprach Verteidigungsministerin von der Leyen. EU-Parlamentschef Schulz prophezeite "schwierige transatlantische Beziehungen.

Der Wahlsieg Donald Trumps sei ein "schwerer Schock", sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen in der ARD. Doch Trump wisse auch, dass dies nicht eine Wahl für ihn sei, sondern gegen Washington, gegen das Establishment. Die CDU-Politikerin erwartet nun stärkere Forderungen der USA an das deutsche Engagement in der NATO. "Aber auch wir werden fragen: Wie steht ihr zum Bündnis?", sagte von der Leyen mit Blick auf Wahlkampfäußerungen Trumps, der die Rolle der USA in der Militärallianz in Frage gestellt hatte. Europa werde sich darauf einstellen müssen, dass es besser selber vorsorge. Dazu gehöre auch ein höheres Verteidigungsbudget.

Verteidigungsministerin von der Leyen im Gespräch
Sondersendung, 09.11.2016

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"Die transatlantischen Beziehungen werden schwieriger", erwartet EU-Parlamentspräsident Martin Schulz. Trump setze auf Politikstil und Rhetorik, die nur noch auf Emotionen setze, nicht mehr auf faktische Lösungen. Das System der USA sei aber stark genug, einen Präsidenten Trump zu verkraften.

Der SPD-Politiker sprach in der ARD von einer "Brexit-Nacht", in Anspielung auf die unerwartete nächtliche Wende in Großbritannien zugunsten eines Ausstiegs aus der EU. Die Welle des Protestes, die weltweit zu beobachten sei, drücke sich auch im US-Wahlergebnis aus. "Der Protest kommt in die Wahlurne", sagte der SPD-Politiker. Alarmismus sei jetzt aber falsch.

Martin Schulz, Präsident des Europäischen Parlaments, im Gespräch
US-Wahl 2016, 09.11.2016

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"Wir müssen selbstbewusster und stärker sein und mehr Verantwortung übernehmen", forderte Manfred Weber, EVP-Fraktionschef im Europäischen Parlament. "Wir wissen nicht, was wir von den USA weiter erwarten können. Wir dürfen das Feld nicht den Radikalen in aller Welt überlassen."

Frankreich werde weiter mit den USA zusammenarbeiten, betonte Außenminister Jean-Marc Ayrault. "Wir müssen uns zum Klimawandel, zum Atomabkommen mit dem Iran und zu Syrien aber neu abstimmen." Es gehe nun darum, herauszufinden, was US-Präsident Trump machen wolle. "Denn was er bisher gesagt hat, löst einige Sorgen aus." Die Chefin des rechtsextremen Front National (FN) in Frankreich, Marine Le Pen, gratulierte Trump zum Wahlsieg.

Entsetzen in Deutschland

Politiker der deutschen Opposition sowie der Regierungsparteien SPD und CDU zeigten sich entsetzt über einen Präsidenten Trump. "Ich hoffe auf eine abschreckende Wirkung", sagte Linken-Parteichef Bernd Riexinger. "Wenn die Abgehängten und Frustrierten einem Milliardär, Steuervermeider und Lügner folgen, haben auch die progressiven Kräfte versagt", bilanzierte SPD-Vize Ralf Stegner.

Von einem ernsten Warnzeichen für Europa sprach CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen. Das Wahlergebnis zeige eine tiefe Spaltung der amerikanischen Gesellschaft, in der sich viele Menschen auch wirtschaftlich abgehängt fühlten, sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages im Deutschlandfunk. Man habe die Dramatik der persönlichen Situationen und die Radikalität der Konsequenzen unterschätzt.

Nach Wahlsieg Trumps: Reaktionen aus Deutschland
tagesschau 09:00 Uhr, 09.11.2016, Tom Schneider, ARD Berlin

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"Hoffentlich nur Wahlkampfsprüche"

Die Vorsitzende der Linksfraktion, Sarah Wagenknecht, war vom Sieg Trumps weniger überrascht. Die Amerikaner hätten "nicht ihn, sondern die Veränderung gewählt". "Clinton stand für Establishment, für Korruption, ein 'Weiter so'", sagte Wagenknecht dem ARD-Hauptstadtstudio.

Es sei "schlimm", dass Trump eine solche Stimmung für sich habe vereinnahmen können, doch der Kurs seiner Politik bleibe noch abzuwarten, betonte Wagenknecht weiter. Clinton hätte für eine "militarisierte Außenpolitik" gestanden. Die Linkspolitikerin hoffe nun, dass Trumps Äußerungen, wie etwa über die mögliche Nutzung von Atombomben "nur Wahlkampfsprüche" blieben und er eine politische Richtung ohne Eskalationen anstrebe.

Sahra Wagenknecht, Fraktionsvorsitzende Die Linke, im Gespräch
tagesschau 09:00 Uhr, 09.11.2016

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 09. November 2016 in der Sondersendung ab 09:00 Uhr.

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