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Hurrikan "Sandy" und US-Wahlkampf
Bürgermeister Bloomberg ruft: Wählt Obama!
US-Präsident Obama bekam für sein "Sandy"-Krisenmanagement schon viel Lob. Dennoch war die Aufforderung des New Yorker Bürgermeisters Bloomberg ein Paukenschlag: Der Ex-Republikaner rief seine Landsleute dazu auf, Obama wiederzuwählen, weil er "den Klimawandel angeht".
Von Ralph Sina, WDR-Hörfunkstudio Washington
Der Appell des New Yorker Bürgermeisters war kurz und unmissverständlich. "Wählt in diesem November einen Präsidenten, der den Klimawandel angeht", schrieb der Ex-Republikaner Michael Bloomberg auf Twitter. Obama habe die Führerschaft in Sachen Klimawandel inne, so der New Yorker Bürgermeister auf bloomberg.com. Und die Zeitung "Businessweek", die ihm zu 100 Prozent gehört, titelt mit Blick auf Hurrikan "Sandy": "Natürlich geht es hier um die Erderwärmung."
"Eilmeldung: Obama wird vom New Yorker Bürgermeister unterstützt", meldete kurz darauf der US-Nachrichtensender CNN. Bloomberg lobe den US-Präsidenten wegen dessen Haltung zum Klimawandel und globaler Erderwärmung, so CNN. "Wir brauchen Führung im Weißen Haus", sagte der New Yorker Bürgermeister. Obama habe in den letzten Jahren wichtige Schritte zur Minimierung des Kohlendioxid-Ausstoßes unternommen und zum Beispiel strenge Verbrauchsnormen für Autos und Lkw festgelegt, betonte Bloomberg.
Klimawandel wird zum Wahlkampfthema
R. Sina, WDR Washington
02.11.2012 04:29 Uhr
Obama warnt vor Klimawandel
"Der Klimawandel ist kein Scherz", hatte Obama in seiner Rede vor dem Parteitag der Demokraten betont. "Mehr Dürreperioden, Überflutungen und verheerende Waldbrände seien kein Witz", sagte Obama weiter, über dessen Klimapolitik-Ambitionen sich Mitt Romney zuvor auf dem Republikanerparteitag in Tampa regelrecht lustig gemacht hatte: Obama habe versprochen, den Anstieg der Meeresspiegel zu verlangsamen, spottete Romney.
Der US-Präsident habe sich als Heiler des Planeten aufgespielt, behauptete der republikanische Präsidentschaftskandidat. Sein eigenes Versprechen hingegen laute schlicht: "Hilfe für Euch und Eure Familien."
New Yorker Bürgermeister Bloomberg empfiehlt Wahl Obamas
tagesschau 12:00 Uhr, 02.11.2012, Michael Heussen, ARD New York
Vom richtigen Kurs abgekommen
Zwar habe auch Romney in seiner Zeit als Gouverneur von Massachusetts den Klimawandel richtigerweise zu einem Kernthema gemacht. Doch leider habe er diesen Kurs revidiert, kritisiert Amerikas einflussreichster und bekanntester Bürgermeister.
Dass ausgerechnet der milliardenschwere Geschäftsmann und ehemalige Republikaner Bloomberg Obama unterstützt, ist ein schwerer Schlag für Romney. Dem bleibt jetzt aus New York nur die zweifelhafte Unterstützung durch Donald Trump.
Ein Tabu-Wort in aller Munde
Bloomberg und der New Yorker Gouverneur Andrew Cuomo sorgen dafür, dass das Tabuwort "Klimawandel" plötzlich im US-Wahlkampf wieder eine Rolle spielt. "New York ist sehr verletzbar, wenn sich das Klima erwärmt und die Meeresspiegel ansteigen", warnt Gouverneur Cuomo. Von Boston über Miami bis New Orleans seien alle küstennahen Metropolen der USA latent gefährdet.
"Entlang der gesamten US-Ostküste werden Bürgermeister - unter ihnen viele Republikaner - von Wissenschaftlern gewarnt, meernahe Siedlungen ins Landesinnere zu verlegen", betont nach "Sandys" Durchzug Obamas wichtigster Wahlkampfhelfer, Bill Clinton.
Der Hurrikan hat den Klimawandel schlagartig zum Wahlkampfthema gemacht. In keiner der drei TV-Duelle zwischen Obama und Romney kam das Wort Klimawandel auch nur ein einziges Mal vor. Zum ersten Mal seit 1988 vermieden es während der Fernsehdebatten beide US-Präsidentschaftskandidaten, den Begriff "Climate Change" zu nennen. Mit dieser Tabuisierung ist seit "Sandy" Schluss.
Endspurt in den "Swing States"
tagesschau24 09:15 Uhr, 02.11.2012, Siv-Brit Kühl, ARD-aktuell
Stand: 02.11.2012 05:53 Uhr
