Wähler in Glasgow | Bildquelle: AFP

Großbritannien wählt Muss May wirklich zittern?

Stand: 08.06.2017 13:56 Uhr

Noch einige Stunden bleiben im Wahl-Rennen zwischen Jeremy Corbyn und Theresa May. Zuletzt war der komfortable Vorsprung der Premierministerin geschmolzen. Doch wie stark? Da sind die Demoskopen uneins. Nun lässt eine Abschlussumfrage die Tories hoffen.

In allen Umfragen verringerte sich der komfortable Vorsprung der Konservativen auf die oppositionelle Labour-Party im Laufe des Wahlkampfs. Aber wie sehr? In dieser Frage liegen die Demoskopen weit auseinander.

Die Abschlussumfrage von Ipsos-Mori lässt die Premierministerin Theresa May hoffen: Demnach wollten 44 Prozent der Befragten für die Tories stimmen, ein Prozent weniger als am Freitag. Die sozialdemokratische Labour-Partei gibt zugleich vier Punkte auf 36 Prozent ab. Damit läge May acht Prozentpunkte vor ihrem Konkurrenten Jeremy Corbyn.

Auch eine Reihe von weiteren Umfragen, die heute veröffentlicht wurden, deuteten auf einen Ausbau der Mehrheit Mays hin. Von den sechs am Mittwoch veröffentlichten Erhebungen sagten die meisten voraus, dass die Tories auf deutlich mehr als die derzeitige Mehrheit von 17 Sitzen im Parlament setzen können. Käme es so, hätte May ihr Ziel erreicht: Sie wollte sich durch die im April überraschend ausgerufenen Neuwahlen für die Brexit-Verhandlungen mit der EU den Rücken stärken lassen und Kritikern aus den eigenen Reihen den Wind aus den Segeln nehmen.

Briten wählen neues Parlament
tagesschau 20:00 Uhr, 08.06.2017, Julie Kurz, ARD London

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Für wen entscheiden sich die Wähler?

Es gibt aber auch die Umfragen, wie die des Instituts Survation, die nach der jüngsten Befragung die Tories mit 41 Prozent gar nur noch einen Punkt vor Labour mit 40 sehen.

Für die Sitzverteilung im Unterhaus ist aber wegen des Mehrheitswahlrechts nicht nur das generelle Stimmenverhältnis entscheidend, sondern auch die regionale Verteilung der Stimmen. In jedem Wahlkreis gewinnt der dort an erster Stelle liegende Abgeordnete; die übrigen Stimmen entfallen und werden auch landesweit nicht berücksichtigt.

May gab am Morgen in ihrem Wahlkreis in Maidenhead westlich von London ihre Stimme ab. Der Labour-Chef Corbyn wählte in seinem Londoner Wahlkreis Islington North.

Theresa May und ihr Ehemann Philip vor dem Wahllokal | Bildquelle: AFP
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Theresa May kommt in Begleitung ihres Ehemannes Philip zu ihrem Wahllokal.

Jeremy Corbyn | Bildquelle: AP
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Konkurrent Jeremy Corbyn stellt sich allein dem Blitzlichtgewitter, nach seiner Stimmabgabe.

Umfragen vor den Wahllokalen in London zeigen, dass das Thema Innere Sicherheit trotz der jüngsten Terror-Anschläge wohl nicht die Wahl entscheiden wird. Vielmehr steht der Brexit im Vordergrund: Die Frage, wer bei den in elf Tagen beginnenden Verhandlungen mit der EU in Brüssel den besseren Deal für Großbritannien herausholt.

Die Wahlbeteiligung könnte entscheiden

Und die Frage der sozialen Gerechtigkeit: Labour verspricht nach der Sparpolitik der Konservativen mehr Geld für Schulen, für den Gesundheitsdienst und zum Beispiel die Abschaffung der Studiengebühren.

Labour findet in den Umfragen viel Zustimmung bei den jüngeren Wählern, die Konservativen liegen bei den älteren Wählern weit vorn. Um 23:00 Uhr deutscher Zeit schließen die Wahllokale. Bis dahin könnte die Wahlbeteiligung das Rennen entscheiden: Wenn es die Opposition schafft, die Jüngeren in gleicher Zahl zu mobilisieren wie die Konservativen die Älteren, dann könnte es für die Regierung May doch noch eng werden.

Mit Informationen von Jens-Peter Marquardt, ARD-Studio London

UK-Wahl: Spannung bis zum Abend
J.-P. Marquardt, ARD London
08.06.2017 13:56 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 08. Juni 2017 tagesschau24 um 11:00 Uhr und die tagesschau um 12:00 Uhr.

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