Er hat zwar gewonnen, aber die absolute Mehrheit verloren: Robert Fico | Bildquelle: dpa

Nach der Abstimmung in der Slowakei Die Qual der Wahl

Stand: 06.03.2016 08:49 Uhr

Die Sozialdemokraten von Regierungschef Fico bleiben stärkste Partei in der Slowakei, verloren jedoch klar die absolute Mehrheit. Damit ist sie künftig auf Koalitionspartner angewiesen. Erstmals zog die rechtsextremistische Partei "Unsere Slowakei" ins Parlament ein.

In der Slowakei steht Ministerpräsident Robert Fico nach dem Wahlsieg seiner Sozialdemokraten vor einer dritten Amtszeit. Allerdings büßte seine Smer-Partei ihre Regierungsmehrheit ein und schnitt deutlich schlechter ab als erwartet. Nachdem Fico im Wahlkampf vor allem auf seine rigide Haltung in der Flüchtlingspolitik gesetzt hatte, ziehen nun rechtsgerichtete Gruppierungen überraschend ins neue Parlament ein. Dort dürften insgesamt acht Parteien vertreten sein.

Fico stellt sich daher auf mühsame Koalitionsverhandlungen ein. "Es wird nicht leicht, das sage ich ganz deutlich", betonte der Politiker, der bereits in den Jahren 2006 bis 2010 und 2012 bis 2016 an der Regierungsspitze des Euro-Landes stand.

Wahllokal in der Slowakei | Bildquelle: dpa
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Nach der Wahl steht die Slowakei vor einer schwierigen Regierungsbildung.

Nach Auszählung der Stimmen aus 91 Prozent der Wahlbezirke kommt Smer auf 28,7 Prozent. Damit liegen die Sozialdemokraten, denen zuletzt unter anderem Korruptionsskandale zu schaffen machten, zwar weit vor den Oppositionsparteien, aber deutlich unter den in Meinungsumfragen vorausgesagten rund 35 Prozent. Zweitstärkste Kraft ist die liberale SaS-Partei mit 11,5 Prozent der bislang ausgezählten Stimmen. Es läge an ihr, sich wie bereits 2010 um ein breites Mitte-Rechts-Bündnis zu bemühen, sollten Ficos Koalitionsverhandlungen scheitern. Die rechtsextreme Partei des Provinzregierungschefs Marian Kotleba erreichte 8,2 Prozent und damit deutlich mehr als prognostiziert. Auch eine neue Anti-Einwanderungspartei schaffte es überraschend, über die Fünf-Prozent-Hürde zu kommen.

Wahlen in der Slowakei
tagesschau 09:00 Uhr, 06.03.2016, J. Osterhage, ARD Prag zzt. Bratislava

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