Wahlhelfer zählen Stimmen an einem Tisch aus  | Bildquelle: dpa

Wahl in Großbritannien Zählen und zittern bis zum Morgengrauen

Stand: 09.06.2017 01:49 Uhr

Die erste Prognose ist ein Schock für die Konservativen von Premier May - doch bei der Wahl 2015 wendete sich das Blatt noch in der Nacht. So fragte nun auch ein BBC-Moderator ängstlich: "Werden wir gevierteilt, wenn die Prognose nicht stimmt?"

Von Sylvia Tiegs, ARD-Studio, London

Die Verkündung der ersten Prognose folgt im britischen Fernsehen einem festen Ritual: zum Glockenschlag von Big Ben - um Punkt 22 Uhr - wird die Vorhersage verkündet.

In der BBC machte das, wie schon seit vielen Jahren, auch diesmal wieder der legendäre David Dimbleby. "Wir sagen voraus: Die Konservativen sind die stärkste Partei - aber: Sie haben im Moment keine absolute Mehrheit", sprach der BBC-Moderator, und durch die Reihen der Regierungspartei ging da der erste Schock.

Eine fatale Prognose?

Denn diese Vorhersage lag meilenweit entfernt von dem, was die Tories sich erhofft haben - und von dem, was sie bisher im Parlament in Westminster hatten: 331 Sitze, fünf über der absoluten Mehrheit. Auf welcher Grundlage wurde diese - womöglich - fatale Prognose erstellt?

Hanni Hüsch, ARD London, mit Einschätzungen zur Regierungsbildung
nachtmagazin 00:15 Uhr, 09.06.2017

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BBC-Mann Dimbleby weiter: "Mehr als 30.000 Wähler wurden beim Ausgang aus insgesamt 144 Wahllokalen befragt" - auf dieser Basis steht die Prognose. In der Vergangenheit waren diese Trends mal "spot on", wie man im Englischen sagt, also: auf den Punkt genau.

2015 wendete sich das Blatt über Nacht

Bei der Wahl vor zwei Jahren allerdings nicht. 2015 standen die Konservativen in der Prognose erst auch ziemlich mau da, im Laufe der Nacht aber drehte sich das Blatt.

Entsprechend vorsichtig waren die ersten Politiker, die sich äußerten: für die Konservativen Michael Fellon, noch Verteidigungsminister im Kabinett von Theresa May. "Lassen Sie uns mal erste Ergebnisse sehen, das ist nur eine Prognose!"

Schwankende Umfragen

Auch John McDonell von der Labour-Partei wollte sich noch nicht aus der Deckung wagen - und wies auf die bis zuletzt schwankenden Umfragen hin: "Wir müssen skeptisch sein", sagte der Oppositionspolitiker.

Denn am Ende zählen nur Ergebnisse - und die werden jetzt einlaufen, die ganze Nacht hindurch wird fleißig ausgezählt. Wie bei vorangegangenen Wahlen lieferten sich auch diesmal wieder zwei Wahlkreise im Nordosten Englands ein Kopf-an-Kopf-Rennen: Sunderland und Newcastle kämpfen stets darum, wer als allererster Wahlkreis im Vereinten Königreich ausgezählt hat.

Labour-Siege in Newcastle und Sunderland

Diesmal gewann Newcastle - der Parlamentssitz ging dort an Labour. Keine Überraschung übrigens, genauso wenig wie im nahe gelegenen Sunderland, auch hier gewann die Labour-Kandidatin.

Ob das so weitergeht mit dem Siegeszug von Labour oder ob die Konservativen die Prognose im Laufe der Nacht Lügen strafen? BBC-Moderator Dimbleby nahm es mit Humor: "Junge, Junge, Junge - werden wir gehängt, ausgeweidet und gevierteilt, wenn das nicht stimmt?"

Das könnte noch passieren.

Großbritannien hat gewählt - Die erste Prognose steht
S. Tiegs, ARD Berlin zzt. London
09.06.2017 01:04 Uhr

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Über dieses Thema berichtete das Nachtmagazin am 09. Juni 2017 um 00:15 Uhr.

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